Appartement für Abenteurer

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Ein „Rucksack“ voller Romantik: Dieser Pick-up-Aufbau von Bimobil bietet Reisenden ein lauschiges Plätzchen.

Nicht alle Wohnmobiltouristen sind mit den üblichen Zielen zufrieden. Mit Abenteuerlust zieht es sie auch in unzivilisierte Gegenden.

Weil dort nicht nur die Campingplätze rarer, sondern auch die Straßen schlechter sind, kommen sie mit gewöhnlichen Freizeitmobilen kaum weiter.

Größer geht‘s kaum: Die Firma Action Mobil in Österreich verwandelt sogar dreiachsige Lastwagen in rollende Behausungen für Abenteurer und Forscher.

Mussten Fernreisende früher meist ausrangierte Militärfahrzeuge für solche Zwecke umrüsten, hat sich die Industrie mittlerweile auf die Fernfahrer eingestellt: Auf Messen wie dem Caravan-Salon in Düsseldorf (noch bis Sonntag) sieht man nicht nur preiswerte Wohnwagen und komfortable Reisemobile. Es gibt auch zahlreiche Appartements fürs Abenteuer, die auch dort noch fahren können, wo die Straße längst zu Ende ist.

Dass solche Fahrzeuge ein wenig teurer sind als die Modelle von Hymer, Bürstner & Co., scheint die Kunden nicht zu stören. Den Umbau vom Nutzfahrzeug zum Reisemobil übernehmen im deutschsprachigen Raum rund zwei Dutzend Spezialhersteller, die angesichts der vergleichsweise kleinen Stückzahlen neben standardisierten Lösungen auch individuelle Auf- und Einbauten konstruieren. Von der Dachterrasse über die Waschmaschine bis hin zu Wasserbett und Whirlpool ist fast alles möglich. Als Basis dienen meist die schweren Geländelaster von Mercedes oder MAN, die mit zwei, drei oder vier angetriebenen Achsen überall hinkommen und obendrein stark und groß genug sind für familientaugliche Reiseaufbauten.

Wohnmobil für echte Abenteurer: Mit solch einem Expeditionslaster von Langer + Bock lassen sich selbst die abgelegensten Ecken auf diesem Planeten erreichen.

Gegen Hitze und Kälte aufwendig isoliert und auf Wunsch auch mit Klimaanlage oder sogar Fußbodenheizung, setzen Firmen wie Unicat in Dettenheim (Baden- Württemberg), Action Mobil im österreichischen Saalfelden oder Exploryx aus Isny (Bayern) Wohnkabinen auf die robusten Fahrgestelle. Die Preise allerdings sind saftig, und oft verkaufen lassen sich solche Fahrzeuge freilich nicht. Bei Action Mobil beginnt der Preisrahmen für ein Komplettfahrzeug bei etwa 230 000 Euro und ist nach oben offen. Deshalb kommen die Österreicher auf eine Produktion von fünf bis sechs Fahrzeugen und sind damit schon einer der ganz Großen. Zu den Kunden zählen Privatkunden, Aussteiger, Wissenschaftler, Biologen, Fotografen und Journalisten.

All diese Fahrzeuge sind aber nicht nur teuer, sondern erfordern auch den Lkw- Führerschein, der vielen Hobby- Abenteurern fehlt. Deshalb haben sich in der Klasse darunter die Umbauten von geländegängigen Allrad- Transportern etabliert, wie sie Iveco auf Basis des Daily oder VW auf Basis von Crafter und T5 anbieten. Zwar reicht der Platz oft nur noch für zwei oder drei Reisende, und auch die müssen im Wohnzimmer kochen oder im Schlafabteil essen. Doch gibt es solche Fahrzeuge zum Teil bereits für knapp unter 100 000 Euro. Aber es geht sogar noch eine Nummer kleiner: Wer sich einschränken kann, muss für die Abenteuertour keinen Unimog oder Geländelaster kaufen. Dann tun es auch ein Mercedes G-Modell oder ein Toyota Land Cruiser mit Ausstelldach und Klappbetten oder der Um- und Aufbau für den Pick-up, wie ihn das Unternehmen Bimobil in Oberpframmern bei München anbietet.

Mit Preisen ab etwa 70 000 Euro sind solche Lösungen nicht nur um ein Vielfaches billiger und deshalb mit Verkaufszahlen von rund 50 Fahrzeugen im Jahr allein bei Bimobil sehr viel erfolgreicher. Sie haben noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Man kann das Appartement fürs Abenteuer einfach abnehmen und den Wagen ganz normal im Alltag nutzen. Denn für die Garage und die paar Wochen Urlaub im Jahr sind solche Autos viel zu schade.

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