Supersportwagen mit ultimativem Freiheitsgefühl

Audi R8 Spyder: Ein Athlet im Maßanzug

+
Ästhetisch, sportlich und extrem lässig – der Audi R8 Spyder. Sein Faltdach öffnet sich in 20 Sekunden.

Audi bietet Sportwagenfans einen Platz an der Sonne: Ein Jahr nach dem Coupé-Debüt schieben die Ingolstädter den R8 Spyder nach.

Wir haben den „Athleten im Maßanzug“, wie ihn Audi-Sport-Chef Stefan Winkelmann preist, schon gefahren.

Optisch wirkt der Freiluft-Renner athletischer als sein Vorgänger – und kantiger: Der niedriger gesetzte Singleframe-Kühlergrill ist ebenso wuchtig geraten wie das breite Heck samt zwei schwarzen Abgasendrohren. Exklusiv sind die sogenannten Sideblades, die farblich und mit Logos oder Kürzeln des Besitzers individualisierbar sind.

Der Audi R8 Spyder glänzt Innen

Volldigitales Cockpit mit 3D-Grafik im Audi R8 Spyder.

Innen glänzt der Spyder vor allem mit dem 12,3 Zoll großen volldigitalen Cockpit mit 3D-Grafik. Das liefert dem ambitionierten Sportwagenfahrer neben Allgemeindaten auf Wunsch auch Drehmoment, wirkende g-Kräfte und Rundenzeiten. Dazu passt das R8-Sportlenkrad: Durch Drücken der roten Starttaste erwachen lautstark die 540 PS im Mittelmotor. Über den Dynamikknopf können vier Fahrmodi – von extrem sportlich bis dynamisch ­– gewählt werden. Durch zwei weitere Tasten lassen sich auch Abgasklappe sowie der Performance-Modus mit drei weiteren Fahrprogrammen (dry, wet und snow) steuern.

Aber jetzt wollen wir doch die Sonne hereinlassen: Das 44 Kilo schwere Faltdach lässt sich innerhalb von 20 Sekunden elektrisch öffnen und schließen–­ das funktioniert bis Tempo 50 auch während der Fahrt. Die Heckscheibe ist in der Schottwand versenkt und lässt sich elektrisch ein- und ausfahren.

So fährt sich der Audi R8 Spyder

Geöffnet ist es nach Anlassen des Motors dann sofort da, dieses prickelnde Spyder-Feeling: Mit einem wahren Höllensound erwacht das Herzstück des 1720 Kilogramm schweren, mit viel Alu und Carbon versteiften Roadsters. 

Wem der Klang des V8-Motors nicht genügt, kann sich von Musik aus der optional im Sitz integrierten Soundanlage von Bang & Olufsen umspülen lassen.

Fahrer und Beifahrer werden von zehn Zylinder in dem 5,2-Liter-Aggregat wie beim Raketenstart in die Sitze gepresst. Der gegenüber dem Vorgänger um 15 PS stärkere Mittelmotor beschleunigt den Zweisitzer in 3,6 Sekunden von null auf 100 km/h, dreht dabei bis über 8500 U/min und erreicht bei Vollgas sieben km/h mehr Topspeed (318 km/h). Schaltet die siebenstufige Automatik, dröhnt ein wildes Sprotzen und Blubbern aus den schwarzen Endrohren. Der Roadster eignet sich aber auch zum entspannten Cruisen, wohl wissend, dass man die 540 wilden Pferde jederzeit loslassen könnte.

Egal bei welchem Tempo und Straßenzustand­ – die Lenkung ist präzise und direkt. Das perfekt abgestimmte Sportfahrwerk mit einem Hinterachs-Sperrdifferential gleicht auch gröbere Straßenunebenheiten aus und erlaubt im Zusammenspiel mit dem neu konstruierten Allradantrieb höchste Kurvengeschwindigkeiten.

Und was sagt der Verbrauch? Im Vergleich zum regulären R8 benötigt der Spyder dank Zylinder-Abschaltung, Segelfunktion bei ausgekuppeltem Motor und 25 Kilo weniger Fahrzeuggewicht zwölf Prozent weniger Sprit. Bei gemäßigtem Tempo von 120 km/h liegen wir durchaus im Bereich des Normwertes von 11,7 l/100 km. Doch einmal von der Leine gelassen, brüllt der Spyder befreit auf – und der Sprit rauscht nur so durch die Benzinleitung. 15,6 Liter zeigte der Bordcomputer am Ende.

Das kostet der Audi R8 Spyder

Audi R8 Spyder: Supersportwagen mit ultimativem Freiheitsgefühl.

Der offene R8 startet im November ab 179.000 Euro, 8500 Euro teurer als das ausgelaufene Modell und 13.000 Euro mehr als das R8 Coupé. Serienmäßig hat der Spyder Navi, LED-Licht und ein adaptives Fahrwerk. Gegen Aufpreis gibt’s Laser-Lampen (3380 Euro), Sportauspuffanlage (1900 Euro), Performance-Lederlenkrad mit drei weiteren Fahrprogrammen (1300 Euro) sowie Keramik-Bremse (8900 Euro).

Uwe Fajga



Offenbarung mit Stoffverdeck: Audi R8 Spyder

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Die Kombination aus Smoking und Rennanzug

Wer sich für den neuen Mercedes AMG E 63 oder die Top-Version AMG E 63 S entscheidet, kauft eigentlich zwei Autos – die gediegene E-Klasse-Limousine …
Die Kombination aus Smoking und Rennanzug

Der Seat Exeo zeigt kaum Schwächen

Wer einen gebrauchten Audi sucht, kann auch einen Seat kaufen. Das gilt zumindest für das Mittelklassemodell Exeo.
Der Seat Exeo zeigt kaum Schwächen

Frischekur für Mazdas Dreier

Mit der plastischen Chirurgie ist es ja so eine Sache. Und ganz besonders ein Facelift kann schon mal in die Hose gehen. Nicht so beim neuen Mazda3. …
Frischekur für Mazdas Dreier

Kommentare