Schotter, Schlamm und Sand

Jeep feiert sein Jubiläum mit neuen Sondermodellen

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Jeep-Jubiläumsflotte mit Wrangler, Renegade, Grand Cherokee und Cherokee.

Eine Ikone der Automobilgeschichte feiert Geburtstag. Im Sommer 1941 kam der erste Jeep heraus. Willys-Overland hieß er. Der 75. Geburtstag wird groß gefeiert – mit einer limitierten Edition.

Der 75. Geburtstag wird groß gefeiert – mit einer limitierten Edition. Zudem will der Mutterkonzern Fiat kräftig in den Ausbau des Händlernetzes investieren. Und neue Modelle soll es geben.

Vater des Jeeps war die US-Regierung, die 1941 den Auftrag für ein Militärfahrzeug für den Zweiten Weltkrieg in Auftrag gab. Solche Vorhaben nannte man damals „Governmental Project“. Die Abkürzung lautet GP. Nuschelt man das ein wenig amerikanisch, landet man beim Firmennamen – Dschi Pih oder eben Jeep.

Jeep Wrangler

Autor Hans Moritz mit einem Willys (1941), neben ihm ein Geburtstags-Wrangler (2016).

Aus dem Willys-Overland, einem karg ausgestatteten Zweisitzer – ab 1941 für den militärischen und ab 1955 auch für den zivilen Gebrauch gebaut –, ist der Wrangler geworden. Ihn gibt es bis heute. Das Faszinierende: Die Grundstruktur von 1941 ist immer noch gut zu erkennen. Weitgehend erhalten geblieben sind die runden Scheinwerfer, die kantige Karosserie und die senkrechten Kühlerschlitze in der Front. Heute gibt es ihn (natürlich mit moderner Technik) in zwei Varianten: als dreitürigen Wrangler und als fünftürigen Wrangler Unlimited. Ersterer verfügt über einen Benzinmotor mit 284 PS für 40 900 bis 42 400 Euro oder über einen Diesel mit 200 PS für 35 900 bis 42 400 Euro. Beide Motoren werden auch im Unlimited verbaut – für 38 900 bis 45 400 Euro.

Jeep Grand Cherokee

1962 rollte der erste Grand Wagoneer vom Band, deutlich geräumiger als der Wrangler. Er wurde vor über 20 Jahren vom Grand Cherokee abgelöst. Jahrzehntelang war er der Liebling der Schönen und Reichen. Auf den Straßen Hollywoods gehörte er zum Alltag. Heute gibt es den Grand Cherokee in der fünften Generation – mit zwei Diesel- und drei Benzinmotoren zwischen 190 und 352 PS. Die Preisspanne beginnt ab 48 900 Euro. Das 250-PS-Sondermodell zum Geburtstag unter anderem mit einer Acht-Stufen-Automatik, 20-Zoll-Rädern und Panorama-Glasdach kostet 66 700 Euro. Die Premiumausführung ist der Grand Cherokee SRT, ein sportlich aufgemotztes SUV mit 468 PS für stolze 85 000 Euro. Das fährt in einer Liga mit dem Audi Q7, dem BMW X5 und dem Porsche Cayenne – mit amerikanisch butterweicher Lässigkeit.

Jeep Cherokee

Der etwas kleinere Jeep Cherokee ging 1984 an den Start. Sein wesentliches Element ist eine selbsttragende Karosserie, die dem Fahrzeug ein für Geländewagen besonders niedriges Gewicht und damit reduzierten Verbrauch ermöglichte. Die neueste Generation gibt es sowohl mit Allrad- als auch mit Vorderradantrieb. Der Cherokee ist mit zwei Diesel- und einem Benzinaggregat mit 140 bis 272 PS erhältlich – je nach Ausstattung variiert der Preis zwischen 33 900 und 52 600 Euro. Die Jubiläums-Edition mit 200 PS und Allrad steht für 48 800 beziehungsweise 50 500 Euro in der Liste.

Jeep Renegade

Jüngster und kleinster Jeep, der in Format und Karosserie stark an den Wrangler im modernen Gewande erinnert, ist der Renegade. Ende 2014 kam er heraus, um den stark wachsenden Markt der Mini-SUV aufzumischen. Jeep hat ihn üppig bedacht: Je vier Benzin- und Dieselmotoren stehen bereit – mit 110 bis 170 PS sowie wahlweise Front- oder Allradantrieb. Preislich geht er das Feld von unten an: Für 19 900 bis 34 000 Euro ist er zu haben.

Die streng limitierte Jubiläums-Edition erinnert an die Kinderstube des Jeep: Lackiert sind die Jeeps in exklusiven Grün-Lackierungen, Rädern in Mattglanz-Bronze als behutsame Reminiszenz an den militärischen Ursprung, Karosserieakzenten in Bronze und Orange sowie Emblemen mit dem stilisierten Willys-Overland und der Jahreszahl 1941.

Das Jubiläumsjahr nimmt der Fiat-Konzern zum Anlass, die Marke Jeep zu pushen. 165 Händler gibt es derzeit bundesweit, Ende 2017 werden es schon 200 sein. Eines Tages sollen zwischen zwei Händlern nicht mehr als 20 Fahrminuten liegen. Dort dürfte es dann hoch hergehen, denn die Jeep-Familie wächst nach dem Willen der italienischen Mutter: Für 2017 wird ein neues C-Segment-SUV zwischen Renegade und Cherokee angekündigt. 2018 kommen der neue Wrangler und der neue Grand Cherokee. Nicht zuletzt plant Jeep, den legendären Wagooner neu zu beleben – ein ganz dickes Ding, um etwa Range Rover und Mercedes GLS zu ärgern. 

Offroad-Ikone Jeep 

Hans Moritz

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