Tödliche Messerattacke

Mord: Führerschein offenbar Tatmotiv

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Möglicherweise ist der Streit um einen Führerschein zu der tödlichen Messerattacke eskaliert.

Lürschau/Flensburg - Im Fall der erstochenen Frau in Lürschau bei Schleswig gibt es neue Erkenntnisse. Offenbar war die 37-Jährige wegen eines Fahrerlaubnis erstochen worden.

Die junge Frau war Mitarbeiterin der Führerscheinstelle in Schleswig-Holstein. Allen Anschein nach ist die 37-Jährige wegen ihrer Tätigkeit in der Behörde zum Opfer geworden.

Ein Mann (57) der Probleme mit seiner Fahrerlaubnis hatte, soll mit einem Messer im Streit auf die Frau eingestochen haben. Ein DNA-Abgleich führte jetzt zur Festnahme. 

 „Es hat eine berufliche Begegnung gegeben zwischen beiden“, sagte die Flensburger Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt am Mittwoch. Der Mann habe Schwierigkeiten mit seinem Führerschein gehabt. so die Staatsanwaltschaft. Die Frau war Ende April in ihrem Haus in Lürschau erstochen worden. Durch DNA-Spuren kamen die Ermittler auf den 57-Jährigen.

Er war laut Staatsanwaltschaft zuvor noch nie wegen Gewaltdelikten polizeilich in Erscheinung getreten. Nach der Tat habe er einen Selbstmordversuch unternommen. Der Mann ist in Haft und schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Der Schock der Mitarbeiter der Schleswiger Kreisverwaltung sitzt tief. Niemand habe so etwas für möglich gehalten, sagte Landrat Wolfgang Buschmann (parteilos) NDR 1 Welle Nord. „Wir sind ein offenes Haus.“ Es gebe mehrere Eingänge zur Kreisverwaltung und nicht nur einen kontrollierten Bereich. Weil das Kreishaus aber ein offenes Haus für alle Bürger sein soll, standen weitere Sicherheitsmaßnahmen nicht zur Debatte. „Und Momente wie diese führen natürlich dazu, dass man diese Position im Grundsätzlichen einmal durchdenkt.“

Laut Buschmann kommt lauter Streit in der Führerscheinstelle zuweilen vor, wenn jemand den Verlust der Fahrerlaubnis nicht akzeptieren will. Deshalb würden Gespräche in einigen Fällen nur in Anwesenheit eines zweiten Mitarbeiters geführt oder die Bürotüren blieben geöffnet. Vorstellbar sei es, intensive Schulungen für Konfliktsituationen anzubieten. „Selbst schärfste Sicherheitsvorkehrungen im Kreishaus hätten unsere Mitarbeiterin nicht geschützt“, sagte er dem „Flensburger Tageblatt“ (Mittwoch). Sie war am Dienstag beigesetzt worden.

In den vergangenen Wochen waren Behördenmitarbeiter mehrfach ins Visier wütender Bürgern geraten. Ende März hatte ein 70-Jähriger während eines Gesprächs beim Landrat des Kreises Herzogtum Lauenburg in Ratzeburg eine Schusswaffe gezogen und sich in den Kopf geschossen. Der Ratzeburger hatte den Landrat um ein Gespräch über eine streitige Betreuungssache gebeten. Er starb wenig später in einem Krankenhaus. Ende April erschoss ein 74-Jähriger im niedersächsischen Hameln Landrat Rüdiger Butte (SPD) und richtete sich anschließend selbst. Das Motiv soll eine drohende Zwangsräumung gewesen sein.

dpa

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