Der Praktiker

Nissan X-Trail: Einer für alle Fälle

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Der Nissan X-Trail erweist sich im Alltagstest als praktisch und bequem.

So recht entscheiden kann er sich nicht. Fürs Land, für die Stadt? Für Asphalt oder für Schotter? Für den Jäger oder für den Tennisspieler? Oder gleich für alles miteinander?

Der Nissan X-Trail ist so ein Auto, das eigentlich eher nach Geländegänger ausschaut, am Ende halt dann aber doch meistens in der Großstadt unterwegs ist. Und wie fährt er sich? Wir haben ihn ausprobiert.

Der Nissan X-Trail ist der große Bruder des Qashqai – und das mit der Größe gilt außen wie innen. Fein für alle, die mitfahren, weil sie viel Platz haben. Fahrer, Beifahrer, zweite Reihe: alles fein. Gute Sitzposition, Beinfreiheit und Raumgefühl. Und: Wer mag, kann sogar eine dritte Reihe ordern. Allerdings sind diese zwei Notsitze im Kofferraum nur was für Kinder und Kurzstrecken.

Die Kehrseite der Medaille sind die Außenmaße. Mit 4,64 Metern Länge und über 1,80 Metern Breite ist der X-Trail zwar kein Monster. Aber: Ein gscheites Trumm ist er trotzdem. Enge (und niedrige) Parkhäuser in der Stadt probieren wir gar nicht erst. Kamel und Nadelöhr und so … Ansonsten im normalen Stadtverkehr aber kein Problem: Das Ding ist wendiger und übersichtlicher, als es aussieht.

So solide ist der Nissan X-Trail

Besonders gefällt uns der Motor. Der 1,6-Liter-Diesel klingt zwar nicht grad spannend, zieht aber mehr als ordentlich. Nicht so überzeugend ist die Sechs-Gang-Handschaltung – die mag nicht immer so wie der Fahrer. Da ist dann eher Kraft als Gefühl gefragt. Aber mei, wenn man in einem Auto sitzt, das nach Berg, Wald und Wiese aussieht – dann gehört das vielleicht dazu.

Was das Aussehen angeht: Da haben die Nissan-Designer ein bissl geschliffen – der neue X-Trail ist eine eher runde Sache denn eckiger Kasten. Und im Innenraum kann man bei Gestaltung und Technik eher an eine Limousine als an einen Waldläufer denken. Navi, Radio, Instrumente: alles aufgeräumt und ordentlich. Besonders hilfreich ist die Rundum-Kamera, die einem beim Rangieren eine computerberechnete Draufsicht liefert. Wirkt für die Passagiere ein wenig wie ein Videospiel, ist für den Fahrer aber eine Riesen-Erleichterung. Ebenso riesig ist das große Schiebedach über den ersten beiden Sitzreihen: Die kleinen Damen auf der Rückbank, sechs und zehn Jahre alt, haben den freien Blick auf den weiß-blauen Himmel jedenfalls sehr genossen.

Der Nissan X-Trail verspricht kein Spektakel

Unser Autor Uli Heichele testete den Nissan X-Trail in der Diesel-Version.

Der Allradantrieb hat immer alles im Griff – allerdings ist das Fahrwerk nicht besonders direkt. Der X-Trail hält im Alltagstest ziemlich genau das, was er optisch verspricht: kein Spektakel, aber solide und praktische Technik für so ziemlich alle Fälle.

Insofern ist die Sache mit der Entscheidung gar nicht so wild. Wer sich für den X-Trail entscheidet, wird in der Regel alles kriegen, was er für den Alltag braucht (außer, er wohnt in einem Gebiet mit engen Parkplätzen). Der Preis, je nach Ausstattung um die 35 000 Euro, ist angemessen, und der Spritverbrauch ging beim Test mit zwischen sieben und acht Litern auch in Ordnung.

Fazit nach zwei Wochen Alltagstest: Der ist praktisch und bequem.

Nissan X-Trail 1,6 dci

  • Motor: Vierzylinder-Diesel
  • Leistung: 130 PS
  • Drehmoment: 320 Nm
  • Höchstgeschw.: 186 km/h
  • Null auf 100 km/h: 11 sek.
  • Hubraum: 1600 ccm
  • Verbrauch EU Drittelmix: 5,4 l/100 km (laut Hersteller)
  • Leergewicht: 1750 kg
  • Kofferraumvol.: 550 - 1982 l
  • Preis: ab 32 200 Euro

Uli Heichele

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