Lust auf Spätsommer

Der Opel Cascada im Test

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„Rundum schön”, urteilt Autor Andreas Thieme über den Cascada.

Ein gelungener Urlaubstag in München beginnt so: Morgens nach dem Frühstück ab ins Auto – und auf in die Berge. Ein Glück: Die Wolken schieben sich zur Seite und die Spätsommersonne tanzt auf dem Autodach.

Machen wir es also einfach auf – während der Fahrt. Bei 50 km/h, in nur zehn Sekunden. Das und viel mehr kann der Opel Cascada.

Opel Cascada

So viel vorweg: Der Cascada ist ein besonderes Cabrio – man gewöhnt sich gerne an ihn. Vielleicht nicht sofort an die Länge, die ist mit 4,7 Metern großzügig bemessen und macht mit dem hohen Kofferraum beim Einparken eher wenig Spaß (Wendekreis: 12,2 Meter!). Der Spaß kommt mit der Rückkehr auf den Parkplatz: Die lang gestreckte Silhouette ist schick, das mahagoni-braune Cabrio strahlt eine sportliche Eleganz aus. Schön auch der fließende Übergang zwischen der vollverzinkten Karosserie und dem Stoffdach.

Gute Übersicht im Cockpit

170 PS für die 1,6 Liter Benziner-Version erscheinen nicht üppig, vor allem bergan macht sich das bemerkbar. Für ein leichtes Kribbeln im Bauch sorgt eher die Beschleunigung auf kürzeren Distanzen wie etwa einer Autobahnauffahrt: Hier sind 125 Nm Drehmoment für die Beschleunigung ausreichend. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Cascada in zehn Sekunden – und das trotz 1,7 Tonnen Leergewicht.

Besonders punktet der Opel beim Fahrgefühl: Auf längeren Strecken durch Bayern und Österreich liegt er ruhig auf der Straße – kein Ruckeln, kein Holpern, egal wo. Dazu läuft das Sechs-Gang-Automatikgetriebe schön flüssig. Im Fond herrscht zudem die große Beinfreiheit – ein Luxus im Cabrio. 380 Liter passen in den üppigen Kofferraum, das kann sich sehen lassen. Sommerurlaub mit der Familie im Cabrio ist also kein Problem.

Die verstärkte verwindungssteife Karosserie und 18-Zoll-Leichtmetallräder sorgen dafür, dass der Cascada Kurven extrem wendig meistert – hätten wir aufgrund der Größe nicht erwartet. Auch bei höherer Geschwindigkeit ist das kein Problem, denn die für den Rennsport entwickelte Hinterachse WattLink hält den Opel locker in der Spur.

Opel Cascada 1,6 SIDI

Leistung: 170 PS
Höchstgeschw.: 222 km/h
0 auf 100 km/h: 9,6 sek.
Hubraum: 1598 ccm
max. Drehmoment: 260 Nm
Verbrauch EU Drittelmix: 6,3 l/100 km (Hersteller)
Leergewicht: 1733 kg
Kofferraumvolumen: 280 l (Verdeck geöffnet) – 650 l
Basispreis: 25.945 Euro
Testwagen: 40.985 Euro

Pluspunkte gibt’s auch für das Interieur: Die Mittelkonsole ist gut durchdacht, das Navi reiht sich fließend ein und befindet sich in einer angenehmen Blickhöhe neben dem oberen Drittel des Lenkrads. Beim Drehdrücksteller lassen sich Menüfunktionen leider nur über den äußeren Ring bestätigen – das ist umständlich. Gut dagegen: Rundherum sind die Instrumente mit Vinylleder überzogen, schicke Ziernähte strecken sich bis zur Türverkleidung. Das Cockpit ist durch die Armatur dezent ausgeleuchtet. Für den Durchblick in der Nacht sorgt die perfekte Leuchtweiten-Regelung: Frontkamera und Abblendlicht kooperieren stufenlos bis auf eine Weite von 350 Metern, die Leuchthöhe justiert sich automatisch auch bei Höhenunterschieden zum Vordermann und erfasst ihn von vorne und oben. So behält man nachts den Durchblick.

Unser Fazit

Der Opel Cascada ist ein hochwertiges Mittelklasse-Cabrio und eine günstigere Alternative zu den gängigen Premium-Modellen. Nach rund 1500 Kilometern Fahrt ist klar: Das Opel-Cabrio ist ein angenehmer Alltagsbegleiter. Die Länge stört nur beim Einparken, in Kurven in der Cascada wendig, auf der Autobahn liegt er sehr ruhig. Dieses Gefährt bietet effiziente Eleganz – schön fürs Auge, gut fürs Portemonnaie.

Andreas Thieme

Zeitlos schön: Der neue Opel Cascada

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