Sand, Felsen und Wasser

Range Rover – es gibt nichts, was er nicht kann

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Über Stock und Stein, Sanddünen und durch Wasserläufe: Der neue Range Rover kann alles.

Heute Kinder wird’s was geben. Ho, ho, ho, wir legen uns den neuen Range Rover unter den Christbaum. Zu groß? Ach dann ziehen wir mit dem Christbaum in die Garage um und stellen ihn einfach daneben.

Mit einem Einstiegspreis von 89.100 Euro zu teuer? Na dann kommt er halt auf den Wunschzettel. Vielleicht erhört uns das Christkind ja nächstes oder übernächstes Jahr? Aber vermutlich wird es selbst am Steuer sitzen wollen, denn was gibt es Praktischeres als den neuen Range Rover, um damit Geschenke auszufahren? Woher wir das wissen? Vom Christkind selber? Nein, wir durften ihn nur schon probefahren.

Und alles mit Stil: Leder und Edelhölzer, wohin das Auge blickt. Der Gag: Ein teilbarer Bildschirm, mit dem man fernsehen kann.

Es gab ihn schon, da kannte man den Begriff SUV noch gar nicht. Im Juni 1970 erblickte der erste Range Rover das Licht der Welt. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 42 Jahre, und jetzt kommt erst die vierte Generation auf den Markt. 14 Jahre dauert hier rein rechnerisch ein Modellzyklus, normalerweise liegt er bei fünf bis sieben Jahren. Auch ein Hinweis auf Qualität und Zuverlässigkeit des SUVs aus Großbritannien.

Apropos England: Seit der indische Großindustrielle Tata bei Landrover eingestiegen ist und dort einige Hunderte Millionen investiert hat, geht es bei den drei Marken (Range Rover, Landrover und Jaguar) bergauf. In Deutschland zum Beispiel setzt man bis Ende Dezember rund 13.300 Fahrzeuge im Jahr 2012 um, das ist ein Plus von 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Felsen - null Problem

Und jetzt soll auch noch das neue Flaggschiff reüssieren. Was man sich nach den ersten Probefahrten über staubige Landstraßen, rucklige Feldwege und ausgewaschene Gebirgspfade auch wirklich vorstellen kann. Denn es gibt fast nichts, was der Range nicht kann. Beim Felsklettern kann man sich auf seine Bodenfreiheit von 29,6 Zentimetern verlassen. Rekordverdächtig sind die 60 Zentimeter Federweg (da kommt man bequem wie in einer Sänfte über so manchen Felsbrocken) und die ebenfalls Bestmarken verdächtige Wattiefe von 90 Zentimetern, mit der der SUV ja schon fast Schwimmfähigkeiten aufweist. Damit legen die Engländer die Messlatte für diesen Typ Fahrzeug schon auf eine schwindelerregende Höhe. Wenn man jetzt denkt, dass man zum Führen dieses Autos eine Spezialausbildung braucht, täuscht man sich. Das neue Computer- und Analyse-System „Terrain Response 2“ analysiert rund 100 Mal pro Sekunde die Fahrsituation und passt Federung, Antrieb und Schlupf optimal an den jeweiligen Untergrund an.

Wasser: Der neue Range Rover meistert 90 Zentimeter.

Was ist noch neu am Range? „Nahezu alles“, sagt der deutsche Markendirektor Peter Gress, „bis auf die Radnabe vielleicht!“ Das Auto wurde völlig neu entwickelt, nur so ist es auch zu erklären, dass die ehemalige Wuchtbrumme mit knapp 2,6 Tonnen Gewicht deutlich abgespeckt hat. 420 Kilo hungerten die Techniker dem Range unter anderem durch die Verordnung einer Aluminium-Karosserie (Materialdicke zwischen 0,9 und 1,5 Millimeter, beim Airbus A 320 liegt sie zwischen 0,9 und 1 Millimeter) runter. Was sich nicht nur am Verbrauch (der kleine Sechszylinder-Diesel mit 258 PS soll mit 7,5 Litern auskommen), sondern auch in der Fahrdynamik bemerkbar macht. Beinahe leichtfüssig und perfekt austariert mit der neuen Achtstufen-Automatik spurtet das fahrende Flüster-Sofa je nach Motor in 7,9 Sekunden (TDV6), 6,9 Sekunden (SDV8, 339 PS, 700 Nm Drehmoment) oder 5,4 Sekunden (5,0 Liter Benziner, Achtzylinder, 510 PS) von 0 auf 100 Stundenkilometer.

Das ist der neue Range Rover

Das ist der neue Range Rover

Bullig und trotzdem elegant ist auch des Rangers neues Kleid geworden. Schon vom Aussehen traut man dem Burschen sowohl ein heißes Outdoor-Abenteuer zu, als auch die kultivierte Fahrt ins Opernhaus. Innen drin ist das Gefährt ein Luxus-Gefährte. Edelholz und Leder, wohin das Auge schweift, dazu eine spitzenmäßige Verarbeitungsqualität – man möchte nicht mehr aussteigen aus dem Range Rover, vor allem wenn man im Kühlschrank auch noch die entsprechend gekühlten Getränke vorrätig hat und auf dem großen Display Satelliten-TV sehen kann. Das geht übrigens auch während des Betriebs, allerdings nur für den Beifahrer. Der Lenker hat zwar den gleichen Bildschirm, für ihn sind allerdings nur das Navi oder andere Fahrzeugdaten sichtbar. Diese Technik gab es schon im Vorgängermodell und bleibt nun exklusiv auch im neuen Range.

Womit wir bei der Meckerecke angelangt sind, hier aber passen müssen. Klar, die Fragen, muss man so schwere Autos fahren, die trotz Hungerkur einen entsprechenden CO2-Ausstoß (beim kleinen Diesel sind es 196g/km) haben, braucht es immer Hunderte PS, um Spaß zu haben, und überhaupt. Muss ich eine Stereoanlage mit 29 Lautsprechern und 825 Watt haben (klingt aber wirklich klasse)? Nein, nein, nein! Muss man nicht, aber wer kann, der kann. Und für alle anderen: Vielleicht lässt sich das Christkind ja erweichen und rückt seinen Rover zumindest leihweise heraus.

RDF

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