Seat Altea als Gebrauchter: Sportlich und nicht immer fit

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Kein Musterknabe: Der ADAC stuft den Seat Altea in seiner aktuellen Pannenstatistik als lediglich "durchschnittlich pannensicher" ein. Foto: Seat

Trotz sportlicher Ausrichtung: Der Seat Altea machte nicht alle seine Fahrer glücklich. Woran es an dem Van manchmal haperte, erklären die ADAC-Pannenstatistik und der aktuelle "TÜV Report 2016".

Berlin (dpa/tmn) - Wer einen Van von Seat kaufen möchte, ist mit dem Alhambra gut beraten. Das Auto ist fast baugleich mit dem VW Sharan. Wer aber einen Kompaktvan der spanischen VW-Tochter anpeilt, muss gebraucht kaufen, denn der Altea wird seit 2015 nicht mehr als Neuwagen angeboten.

Das Modell sollte das realisieren, was vielen Vans nicht gelingt: mit einem rassigeren Design Emotionen wecken. Zwar war das Auto auf Golf-V-Basis kein Ladenhüter, doch seine Fahrer machte er nicht immer glücklich - trotz recht sportlicher Ausrichtung.

Der ADAC stuft das Modell in seiner aktuellen Pannenstatistik als lediglich "durchschnittlich pannensicher" ein. Probleme verursachen demnach oft die Zündkabel und die Abgasrückführung zur Senkung von Stickoxidemissionen und Kraftstoffverbrauch. Letzteres betrifft verstärkt 2011er Autos. In die Zündkabel verbissen sich Marder sehr oft bei den Baujahren 2011 und 2012, defekte Schlösser am Kofferraum waren zu beklagen (2011) sowie gebrochene Fensterheber (2006).

Auch bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) ist der Seat Altea kein ausgewiesener Musterknabe. Laut dem "TÜV Report 2016" machen dem Modell mit steigendem Alter vor allem undichte Dämpfer und knackende Gelenke der Antriebswellen zu schaffen. Ab der vierten HU werden überdurchschnittlich oft auch rissige Bremsschläuche und verschlissene Bremsscheiben bemängelt. Die Lenkung ist dagegen immer besser als beim Durchschnitt der untersuchten Autos.

Seat brachte den Altea 2004 auf den Markt - mit serienmäßigen Front-, Seiten- und Kopfairbags sowie ESP. Obwohl sich das Modell dank des straffen Fahrwerks und guter Lenkung sportlich fährt, brachte Seat ein Jahr später die Leistungsvariante FR. 2006 kam die von 4,28 auf 4,47 Meter gestreckte Langversion mit größerem Kofferraum unter dem Zusatzkürzel XL zu den Händlern. 2007, als Zugeständnis an die SUV-Mode, erschien die Variante Freetrack mit Allradantrieb, größerer Bodenfreiheit und Kunststoffbeplankung. 2009 erhielt der Altea eine Modellpflege, die Änderungen des Heckdesigns und des Motorenangebots sowie ein überarbeitetes Interieur brachte. Auch das Doppelkupplungsgetriebe DSG war nun verfügbar.

Neu zur Modellpflege waren auch zwei Turbo-Direkteinspritzer mit 1,8 und 1,4 Liter Hubraum. Bei den Dieselmotoren wurde auf die Common-Rail-Technik umgestellt. Leistungstechnische Speerspitze über alle Baujahre ist aber der 155 kW/211 PS starke Zweiliter. Ansonsten leisten die Benziner zwischen 63 kW/85 PS und 147 kW/200 PS. Die Selbstzünder kommen auf 66 kW/90 PS bis 125 kW/170 PS. Die Autogasversion war ab 2010 verfügbar und kam auf 75 kW/102 PS.

Wer auf der Suche nach der Gasversion ist, muss nach Erkenntnissen des Markbeobachters Schwacke ab rund 8350 Euro einplanen. Zu diesem Preis sollte ein Altea LPG von 2010 aufzutreiben sein. 79 200 Kilometer ist die durchschnittliche Laufleistung, von der Interessenten ausgehen sollten. Wer es dagegen auf einen Altea 2.0 T FSI FR mit 147 kW/200 PS absieht, muss für Fahrzeuge von 2009 mit noch 9850 Euro kalkulieren (91 200 Kilometer). Einen noch recht neuen Altea XL 2.0 TDI Allrad DPF Sun von 2015 mit 103 kW/140 PS führt die Liste mit 19 100 Euro - bei durchschnittlich 23 400 Kilometern auf dem Tacho.

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