1665 Menschen fischen im Bach

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Das Memminger Spektakel findet jedes Jahr statt

Memmingen - Begleitet von Musikkapellen, Böllerschüssen und lautem Geschrei sind am Samstag 1665 Fischer im Memminger Stadtbach auf Forellenjagd gegangen.

Beim traditionellen “Fischertag“ fingen sie beachtliche Forellen, wie ein Sprecher des Fischertagsvereins sagte. “Wir hatten mal wieder eine sensationell schwere Forelle mit 3230 Gramm.“ Das Prachtexemplar habe Manfred Wolters gefangen - er ist nun für ein Jahr “Fischerkönig“ und trägt den Beinamen “Der Schwabenrentner“. Die Männer dürfen ihren Fang behalten. Zehntausende Zuschauer kamen in die Memminger Altstadt.

Beim “Fischertag“ springen Männer in den Bach und machen mit gabelförmigen Netzen, die in Memmingen “Bären“ genannt werden, Jagd auf Fische. Wer die schwerste Forelle fängt, darf sich ein Jahr lang über den Titel des “Fischerkönigs“ freuen. Nach Einschätzung des Fischertagsvereins ist dieser Titel für einen echten Memminger die höchste Ehre im Leben.

Der “Fischertag“ hat eine Jahrhunderte alte Tradition. Schon im Mittelalter wurde der Stadtbach einmal im Jahr ausgefischt, damit er gereinigt werden konnte. Bis heute wird das Wasser nach dem Ausfischen abgelassen, der Bach gesäubert und wieder frisch gefüllt. Damit die Memminger auch im nächsten Jahr auf Forellenjagd gehen können, werden im Herbst wieder Fische im Stadtbach ausgesetzt. Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts hat sich in Memmingen die Bachauskehr zu einem urig-lautstarken Volksfest entwickelt. Den Frauen bleibt dabei bis heute die traditionelle Rolle vorbehalten, am Bachrand den Wasserkübel für die gefangenen Fische zu bewachen.

dpa

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