Ab Frühjahr 2019

20-Minuten-Takt für S-Bahn zwischen Nürnberg und Erlangen

Fürth - Mit Hilfe bislang ungenutzter Gleise will Innenminister Joachim Herrmann (CSU) den S-Bahn-Verkehr zwischen Nürnberg und Erlangen verbessern. Die Bahn ist nicht begeistert - zieht aber mit.

Dank einer Übergangslösung soll die S-Bahn zwischen Nürnberg und Erlangen künftig annähernd im 20-Minuten-Takt fahren. Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) und die Deutsche Bahn unterzeichneten dafür am Mittwoch eine Planungsvereinbarung. Ziel ist, dass von Frühjahr 2019 an drei Züge pro Stunde in jede Richtung fahren. Die Bahn will dafür eine neu gebaute, bislang aber nicht mit dem Gleisnetz verbundene drei Kilometer lange Trasse nutzen, die wegen eines Streits mit der Stadt Fürth bisher auf Eis lag.

Sie soll mit Weichen an die bestehende Strecke angebunden werden. Das bei Fürth-Unterfarrnbach bestehende Nadelöhr im Gleisnetz ermöglichte bisher nur einen 30-Minuten-Takt bei der S-Bahn. ICE, Regional- und Güterzüge sowie S-Bahn müssen sich hier die Gleise teilen.

Der Freistaat schießt für die nötigen Planungen rund 640 000 Euro zu. Der Einbau der Weichen und die weiteren nötigen Maßnahmen sollen rund zwei Millionen Euro kosten, der nötige Rückbau in einigen Jahren ebenfalls zwei Millionen.

Herrmann hatte sich für diese provisorische Lösung eingesetzt. „Ohne Weichen könnten die fertigen Gleise nicht genutzt werden. Das wäre Unsinn“, sagte er. Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) dankte Herrmann ausdrücklich für diese Verbesserung im Nahverkehr.

Die Begeisterung bei der Bahn habe sich zwar in Grenzen gehalten, sagte Herrmann. Letztlich habe sie sich aber darauf eingelassen, weil das Projekt ein „sinnvolles Provisorium“ sei. Ein 20-Minuten-Takt sei eine „gewaltige Qualitätsverbesserung“ - zumal die Linie S1 von Nürnberg nach Bamberg von den meisten Fahrgästen genutzt werde. Laut Prognosen sollen die Zahlen hier auch noch deutlich steigen: Nach Angaben des Nürnberger Verkehrsverbunds VGN nutzen zwischen Nürnberg und Erlangen bislang mehr als 12 000 Menschen die Strecke jeden Tag. Für das Jahr 2020 gehen Prognosen dann von mindestens 22 000 Fahrgästen aus.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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