Gemeindegeld in die Dominikanische Republik

280.000 Euro veruntreut: Bürgermeister bekommt Bewährungsstrafe

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Der Ex-Bürgermeister von Zapfendorf vor Gericht in Hof. Am Ende bekam er eine bewährungsstrafe.

Hof - Ins Gefängnis muss der Ex-Bürgermeister von Zapfendorf nicht, nachdem er gestanden hat, 280.000 Euro aus der Gemeindekasse veruntreut und in die Dominikanische Republik transferiert zu haben. Das Gericht verhängte eine Bewährungsstrafe.

Wegen Untreue hat das Amtsgericht Hof den Ex-Bürgermeister der Gemeinde Zapfendorf, Matthias Schneiderbanger (CSU), zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der Kommunalpolitiker hatte am Donnerstag eingeräumt, seine Kommune um knapp 280 000 Euro geprellt zu haben. Er habe das Geld in eine Zigarettenfabrik in der Dominikanischen Republik investiert, sagte er einen Tag vor seinem 38. Geburtstag vor Gericht. Ein Bekannter habe ihn dazu überredet: „Ich war in einer Spirale drin, aus der ich nicht mehr rauskam.“ Der dubiose Anlageberater sei sehr redegewandt gewesen.

Das Geld ist bislang verschwunden. Schneiderbanger sitzt seit Ende 2014 in Untersuchungshaft, nach dem Urteilsspruch kommt er nun frei. Das Gericht war mit seinem Urteil den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung gefolgt. Der vor allem im Landkreis Bamberg mit Spannung erwartete Prozess war so nach wenigen Stunden bereits beendet.

Von Januar 2013 bis April 2014 hatte der CSU-Politiker seine Gemeinde betrogen. Schneiderbanger war zwar erst im Frühjahr 2014 gewählt worden, war aber bereits zuvor in der Gemeindeverwaltung tätig. Inzwischen ist er zurückgetreten.

Zusätzlich muss Schneiderbanger nun 250 Arbeitsstunden ableisten. Das Gericht bescheinigte ihm trotz eines ersten zügigen Geständnisses nach Bekanntwerden der Vorwürfe eine gewisse kriminelle Energie - gerade beim Verschleiern der illegalen Buchungen. Der Ex-Kommunalpolitiker bekommt zudem einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt. In der 5000-Einwohner-Gemeinde Zapfendorf wird am 28. Juni ein neuer Rathauschef gewählt.

dpa

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