4000 Jahre alter Goldschmuck entdeckt

Barbing/Regensburg - Ein spektakulärer Fund ist Archäologen in der Oberpfalz gelungen: Sie haben im Grab eines Kriegers Goldschmuck gefunden, der mehr als 4000 Jahre alt ist.

Archäologen haben in der Oberpfalz einen seltenen Fund gemacht: In dem Regensburger Vorort Barbing wurde ein mehr als 4000 Jahre altes Grab mit Goldschmuck entdeckt, bestätigte Bernd Engelhardt vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege am Freitag einen Bericht der “Mittelbayerischen Zeitung“. Bislang seien in Bayern erst vier andere Gräber mit Goldbeigagen aus dieser Epoche ausgegraben worden. “Das ist der älteste Nachweis von Nutzung von Gold, den wir in Bayern haben.“

Das Grab, in dem ein kleiner goldener Ohr- oder Haarring lag, stammt aus der sogenannten Glockenbecher-Kultur (etwa 2400 bis 2100 vor Christus). Bislang wurden etwa 500 Glockenbecher-Gräber im Freistaat entdeckt. In den 1990er Jahren wurde in zwei davon nahe des niederbayerischen Landau Goldschmuck gefunden, in dem Grab eines Buben lagen sogar zwei kostbare Armbänder. Zwei weitere Gold-Gräber seien in der Nähe von Ingolstadt und in Schwaben aufgetaucht, sagte Engelhardt in Regensburg. 

Spektakuläre Funde

Bei dem Toten von Barbing handelt es sich laut Engelhardt um einen Krieger, der schätzungsweise jünger als 21 Jahre war. Zur damaligen Zeit sei die Lebenserwartung etwa 30 Jahre gewesen. Der Goldschmuck sei damals ein Zeichen der Menschen der Oberschicht gewesen, so wie heute Supersportwagen oder Luxuskarossen als Prestigesymbol dienen. In dem Grab lagen verschiedene weitere Beigaben, darunter ein Kupferdolch und Feuerstein-Pfeilspitzen. “Das ist ein selten vollständige Ausrüstung, die er mit ins Grab bekommen hat.“ An dem Fundort ist auch eine angemalte Schüssel aufgetaucht. “Die ist knallrot bemalt“, erklärte Engelhardt. Es handele sich damit auch um den ältesten Nachweis von bemalter Keramik. “Wir wissen nicht, warum die angefangen haben, ihre Gefäße rot zu bemalen.“

Die Entdeckung wurde bei Routinegrabungen gemacht. Im Vorfeld der Erschließung eines Neubaugebietes hatten die Denkmalschützer die Bodenuntersuchung angeordnet. Mit einem Glockenbechergrab habe man aber nicht gerechnet, sagte Engelhardt. “Wir haben keltische Sachen im Boden vermutet.“

lby

Rubriklistenbild: © dpa

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