Regener Landrat Wölfl tödlich verunglückt

Regen - Der Landrat des niederbayerischen Landkreises Regen, Heinz Wölfl (58), ist in der Nacht zum Mittwoch bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Das teilte sein Stellvertreter Willi Killinger (beide CSU) am Morgen “tief bestürzt und in großer Trauer“ in Regen mit. Laut Polizei war Wölfl aus noch ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Wölfl hatte den Landkreis Regen seit 1994 geführt. Zuvor war er zehn Jahre Bürgermeister in Regen.

Heinz Wölfl war der Landrat des niederbayerischen Landkreises Regen.

Ministerpräsident Horst Seehofer äußerte sich erschüttert zum Tod seines Parteifreundes. “Er hat mit großem Einsatz und eindrücklichem Engagement für die Belange seiner niederbayerischen Heimat gekämpft“, sagte Seehofer nach Mitteilung der Staatskanzlei. Wölfl hinterlasse eine schmerzliche Lücke. Auch Niederbayerns CSU-Bezirksvorsitzender Manfred Weber äußerte sich betroffen zum Tod Wölfls: “Mit Leidenschaft, Ausdauer und Augenmaß hat er für seine Heimat, den Bayerischen Wald, gekämpft. Er war vorausschauend, hat früh neue Entwicklungen erkannt und Antworten gegeben.“ Dass er 2002 und 2008 jeweils ohne Gegenkandidat wiedergewählt worden sei, spreche dafür, dass er über Parteigrenzen hinweg Vertrauen genoss, sagte Weber.

Der SPD-Landrat vom niederbayerischen Dingolfing-Landau, Heinrich Trapp, reagierte ebenfalls bestürzt. “Da ist man ganz sprachlos, das tut unendlich weh, wenn er jetzt nicht mehr da ist“, sagte der Sozialdemokrat über den Tod des Christsozialen. Trapp war lange mit seinem Amtskollegen befreundet, vor vier Jahren waren beide auch gemeinsam in der ARD-Show “Das Quiz“ von Jörg Pilawa aufgetreten und hatten quasi als große Landräte-Koalition 30 000 Euro gewonnen. Die parteipolitischen Unterschiede hätten bei der kommunalen Sacharbeit in Niederbayern nie eine Rolle gespielt, sagte Trapp. “Da hat man die Partei nicht bemerkt.“

Wie die Polizei berichtigte, war Wölfl gegen Mitternacht auf der Staatsstraße zwischen Bodenmais und dem großen Arbersee aus ungeklärter Ursache mit dem Auto nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Das Auto sei gegen einen Baum geprallt, Wölfl sei darin eingeklemmt worden und starb noch an der Unfallstelle. Fremdverschulden scheidet nach ersten Ermittlungen aus. Entdeckt wurde der Unfallwagen gegen 0.35 Uhr von einer Streife der Zwieseler Polizei. Von der Leiche wurde - wie bei diesen Unfällen laut Polizei üblich - in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft eine Blutprobe genommen.

Der Bayerische Landkreistag würdigte den Kommunalpolitiker und Vater dreier erwachsener Kinder als “hoch geschätzten Kollegen, der mit großem Einsatz nicht nur für die Belange seines Landkreises, sondern für die kommunale Selbstverwaltung in ganz Bayern gekämpft hat“. Der Präsident des Bayerischen Landkreistags, der Miesbacher Landrat Jakob Kreidl (CSU), sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus.

dpa

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