73-Jähriger bessert sich Rente durch Einbrüche auf

München - Seine Rente war ihm wohl zu gering: Um an Geld zu kommen, brach ein 73-Jähriger bei Juwelieren in Bad Tölz und Rosenheim ein. Jetzt steht er deswegen vor Gericht.

Ein 73-jähriger Mann soll fünfmal bei Juwelieren in Bad Tölz und Rosenheim eingebrochen sein und Schmuck im Wert von rund 380.000 Euro erbeutet haben. Dafür muss er sich seit Dienstag in München vor Gericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Diebstähle in den Jahren 2009 bis 2011 vor. Von den Sozialbehörden habe er außerdem mehrere tausend Euro Grundsicherungsleistungen erschwindelt. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.

Für die Strafverfolger ist der 73-Jährige kein Unbekannter. “Zur Aufbesserung seiner Einkommensverhältnisse begeht er seit mehreren Jahren regelmäßig Straftaten, insbesondere Einbruchsdiebstähle, wegen derer er bereits wiederholt strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wurde“, heißt es in der Anklage. Zuletzt wurde der Rentner im Juli 2008 aus dem Gefängnis entlassen. “Unbeeindruckt von der verbüßten Haftstrafe“ habe er mit der neuen Einbruchserie begonnen. Ein Teil des gestohlenen Schmucks wurde in Hamburger Geschäften sichergestellt, deren Eigentümer laut Anklage beim Ankauf ahnungslos waren. Sie haben dem mutmaßlichen Dieb gut 170 000 Euro bezahlt.

Der Angeklagte hat früher einen Schlüsseldienst betrieben. Dadurch verfüge er “über die Fertigkeiten zur Überwindung von Türen und Schlössern“. Er habe sich “ein professionelles Arsenal an Werkzeugen“ zugelegt und es in seinem Bus verwahrt, mit dem er zu Diebestouren in ganz Deutschland gefahren sei. Die Anklage führt jedoch nur fünf Einbrüche auf, die der Staatsanwalt dem 73-Jährigen nachweisen zu können glaubt.

Bei der letzten Tat am 16. Februar 2011 wurde der Angeklagte von einem Zeugen beobachtet, der die Polizei rief. Beamte nahmen den 73-Jährigen in der Nähe des Tatorts fest.

dpa

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