Gericht ordnet Therapie an 

Alkoholiker wollte Freundin mit Medikamenten töten

Aschaffenburg - Im Alkoholrausch hat er seine Freundin gezwungen, eine potenziell tödliche Medikamentenmischung zu trinken - nun muss der Täter aus Unterfranken eine Therapie machen.

Das Landgericht Aschaffenburg verurteilte den 57-Jährigen am Montag wegen versuchten Totschlags, wie ein Gerichtssprecher sagte. Bricht er die Therapie ab, drohen ihm fünf Jahre und vier Monate Gefängnis. Vor Gericht hatte der seit mehreren Jahren alkoholkranke Angeklagte keinerlei Erinnerungen an die Tat.

Laut Anklageschrift hatte er seine 52-jährige Freundin gezwungen, 40 Tabletten eines starken Psychopharmakons, gerührt in ein Glas Marillenlikör, zu trinken. Anschließend musste sie sich selbst eine lebensbedrohende Überdosis an Insulin spritzen. Das Opfer habe die Anweisungen aus Angst vor weiteren Übergriffen des regelmäßig gewalttätigen Angeklagten befolgt, heißt es in der Anklageschrift.

Vor dem Tötungsversuch hatte der Mann seine Freundin verprügelt und ihr zahlreiche Prellungen zugefügt. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft plante er, anschließend sich selbst umzubringen. Nachdem die 52-Jährige sich die Medikamente verabreicht hatte, überlebte sie nur, weil es ihr in einem unbeobachteten Moment gelang, per SMS einen Hilferuf an ihren Bruder abzusenden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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