Alpenvereine gegen Windparks am Brenner

München/Bozen - In den Brennerbergen an der österreichisch-italienischen Grenze laufen Naturschützer Sturm gegen zwei geplante Windparks. Die unberührte Natur sei in Gefahr.

Vertreter der Alpenvereine Italiens, Südtirols, Österreichs und Deutschlands sowie der Club Arc Alpin unterzeichneten am Donnerstag in Bozen eine gemeinsame Petition gegen die Projekte am Sattelberg und am Sandjoch. “Die Standorte sind ungeeignet“, sagte Hanspeter Mair vom Deutschen Alpenverein (DAV) laut Mitteilung. Das sei aber keine generelle Absage an Windräder in den Alpen.

“Wir setzen uns nachdrücklich für den Ausbau regenerativer Energien ein. Die Standortfrage darf dabei aber nicht ausgeklammert werden.“ Die Alpenvereine haben sich den Umstieg auf erneuerbare Energien eigentlich auf die Fahnen geschrieben. Das dürfe aber nicht zu einem Verlust von Artenvielfalt und zur Zerstörung von letzten unerschlossenen Bereichen führen, warnen sie zugleich.

Für eine nachhaltige Entwicklung der Alpen unter ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien müsse es einen “Masterplan Energie“ geben. Die geplanten 31 Windkraftanlagen in den Brennerbergen befänden sich in einem Gebiet mit vielen Zugvögeln, hieß es von den Vereinen. Vogelschützer sähen katastrophale Auswirkungen für die Vogelwelt. Außerdem grenze das Landschaftsschutzgebiet “Nösslachjoch - Obernberger See - Tribulaune“ unmittelbar an.

“Diese besonders schöne Landschaft wäre durch den schweren baulichen Eingriff massiv entwertet“, sagte Georg Simeoni, Vorsitzender des Alpenvereins Südtirol. Der Generalsekretär des Österreichischen Alpenvereins, Robert Renzler, sagte: “Die negativen Auswirkungen für den sanften Bergsporttourismus, der in dieser Region von besonderer Bedeutung ist, können wir nicht akzeptieren.“

dpa

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