Viele werden nicht nur älter - sondern ärmer

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Geldbeutel leer: Dieser Anblick droht immer mehr Senioren.

München - Angst vor der Zukunft: Die Altersarmut in Deutschland nimmt zu. Bayern hat in der Gesamtbilanz aber eine Sonderstellung.

Die Altersarmut in Bayern nimmt zu, obwohl im Freistaat weniger Menschen auf Sozialleistungen angewiesen sind als in anderen Bundesländern. Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) stellte am Donnerstag im Landtag den neuen Sozialbericht vor, demzufolge im Jahr 2009 etwa 35 000 mehr ältere Menschen armutsgefährdet waren als noch 2003. Haderthauer verwies aber darauf, dass alte Menschen in Bayern trotzdem weniger häufig auf Sozialleistungen angewiesen sind als in anderen Bundesländern - weil sie einerseits in Familien leben und andererseits vor allem auf dem Land häufig in den eigenen vier Wänden wohnen und nicht zur Miete.

“Wir haben in Bayern eine Sondersituation, was die Lage älterer Menschen betrifft“, sagte Haderthauer. Dennoch fordern sowohl sie als auch die Landtagsfraktionen von CSU und FDP vom Bund bessere Vorsorge gegen Altersarmut.

"Die sozialen Sicherungssysteme funktionieren."

In der Gesamtbilanz belegt Bayern gemeinsam mit Baden-Württemberg und Hamburg den Spitzenplatz beim mittleren Einkommen der Bevölkerung. Die sogenannte Armutsgefährdungsquote - der Anteil der Bürger in Haushalten mit einem Einkommen von weniger als 60 Prozent des mittleren Wohlstands - liegt in Bayern um 3,5 Prozent niedriger als im deutschen Durchschnitt. Insgesamt waren in Bayern 2009 etwa 1,64 Millionen Menschen armutsgefährdet. Die Quote der armen Haushalte hat sich in den vergangenen Jahren aber nur unwesentlich verändert. Haderthauer betonte, dass es auch im Krisenjahr 2009 keinen großen Anstieg der Armut in Bayern gab. “Die sozialen Sicherungssysteme funktionieren“, sagte sie.

Bei der Sitzung des Sozialausschusses gab es jedoch auch heftigen Krach. SPD und Grüne boykottierten die Diskussion im Ausschuss und meldeten sich nicht zu Wort, weil das Sozialministerium den Abgeordneten den 400-Seiten-Bericht erst einen Tag zuvor zugeschickt hatte. “Das ist eine Missachtung des Parlaments“, kritisierte der SPD-Sozialexperte Hans-Ulrich Pfaffmann am Rande. Die Fraktionen von CSU und FDP konterten mit Dank an Haderthauer - eben weil die Ministerin den Bericht so schnell im Ausschuss vorstellte.

dpa

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