Angeklagter gesteht Mordversuch an Ehefrau

Berching/Nürnberg - Mit einem umfassenden Geständnis des Angeklagten hat am Dienstag in Nürnberg ein Strafprozess gegen einen Lagerarbeiter begonnen.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord an seiner Ehefrau vor. Über seinen Anwalt ließ der 49 Jahre alte, aus Berching (Landkreis Neumarkt) stammende Mann erklären, er räume die ihm zur Last gelegten Vorwürfe in vollem Umfang ein. Das Verfahren vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth ist auf drei Tage angesetzt.

Die noch immer unter Angstträumen leidende Frau und Mutter von drei Kindern, die seinerzeit nur knapp dem Tod entkommen war, beschrieb ihren Mann als “Monster“ und “lebende Zeitbombe“. Er habe schon bald nach der Heirat begonnen, sie zu schlagen und immer wieder damit gedroht, sie und ihre Kinder umzubringen, schilderte die als Lastwagenfahrerin beschäftigte Frau. Viermal habe sie die Polizei zu Hilfe rufen müssen.

Die Lage sei schließlich eskaliert, als sie sich 2009 von ihrem Mann getrennt und eine eigene Wohnung gesucht habe. Als sie im August ihre persönlichen Sachen in ihre neue Wohnung bringen wollte, habe sich ihr Mann im Keller auf sie gestürzt und gewürgt. Später habe er mehrfach ihren Kopf auf den Fliesenboden geschlagen und ihr schließlich ein Klappmesser an den Hals gehalten, schilderte sie vor Gericht den Tatablauf.

Ihr sei es jedoch gelungen, den Arm des Angreifers wegzudrücken, so dass er nicht zustechen konnte. Erst als ihre Tochter und deren damaliger Freund eintrafen und dem Mann das Messer entrissen, konnte sich die Bedrohte aus der Umklammerung befreien. Der flüchtende 49-Jährige wurde später in Mühlhausen (Landkreis Neumarkt) festgenommen. Er hatte sich in einem Kartoffellager der Firma versteckt, bei der als Lagerarbeiter beschäftigt war.

dpa

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