Arbeitslosenzahl in Bayern steigt auf 321.800

Nürnberg - Auch das Niveau von vor der Krise unterschritten worden." Auch zu Beginn dieses Jahres stieg die Zahl der Jobsuchenden um 51.900 auf rund 321.800. Trotzdem ist es der niedrigste Januar-Wert seit 19 Jahren.

Der harte Winter hat die Arbeitslosigkeit im Freistaat zu Jahresbeginn wieder kräftig steigen lassen - dennoch sind es die besten Zahlen in einem Januar seit 1992. Rund 321 800 Menschen sind derzeit in Bayern auf Jobsuche, das sind 51 900 mehr als im Dezember. “Trotzdem ist nicht nur das Niveau des Vorjahres, sondern auch das Niveau von vor der Krise unterschritten worden“, sagte der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Ralf Holtzwart, am Dienstag in Nürnberg. Er zeigte sich zuversichtlich: Nichts deute auf ein Ende des positiven Trends hin.

In Bayern gibt es besonders viele Bauern, Landschaftsgärtner und Bauarbeiter, die bei Schnee und Frost nicht arbeiten können. Deshalb stieg die Zahl der Erwerbslosen so kräftig an. Hinzu kommen weitere 111 000 Menschen, die aufgrund von Weiterbildungen oder Existenzgründungen nicht in der Statistik auftauchen, aber dennoch unterbeschäftigt sind. Offiziell jedoch sind dank der guten Konjunktur 46 600 Menschen oder 12,7 Prozent weniger ohne Job als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote nahm seit Dezember um 0,8 Punkte auf 4,8 Prozent zu, nachdem sie vor einem Jahr noch bei 5,5 Prozent gelegen hatte.

Besonders erfreulich: Das verarbeitende Gewerbe, das in der Krise besonders hart gebeutelt worden war, hat zum ersten Mal seit Februar 2009 wieder mehr Menschen in Lohn und Brot als im jeweiligen Vorjahresmonat. Insgesamt waren im Freistaat zuletzt knapp 4,657 Millionen Menschen regulär beschäftigt. Das Jahresplus von 2,4 Prozent wird vor allem vom Anstieg im Dienstleistungssektor gestützt.

Weniger erfreulich ist, dass Menschen über 50 Jahren von dem konjunkturellen Aufschwung nicht profitieren: Als einzige Personengruppe sind sie von höherer Arbeitslosigkeit betroffen als ein Jahr zuvor. “Besonders müssen wir ältere Arbeitnehmer, Frauen, Menschen mit Behinderung, arbeitslose Jugendliche und Menschen mit Migrationshintergrund im Blick behalten“, mahnte denn auch Arbeitsministerin Christine Haderthauer (CSU).

Denn auch die Zahl der Heranwachsenden ohne Beschäftigung nahm im Januar um fast 6500 weiter zu. Gut 29 500 junge Menschen unter 25 Jahren waren ohne Job - die Quote stieg um 0,7 Punkte auf 3,6 Prozent. Im Jahresvergleich konnte die Jugendarbeitslosigkeit aber dennoch um fast 23 Prozent reduziert werden.

dpa

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