Auch Lebkuchen werden industriell gebacken

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Lebkuchen vom Fließband.

Nürnberg - Hausgemachte Lebkuchen sind etwas Feines. Doch seit 170 Jahren werden selbst die Nürnberger Lebkuchen industriell gebacken. Die Geschichte des Lebkuchens gestern und heute:  

Jahrhundertelang war die Herstellung von Lebkuchen mühselige Handarbeit - seit 1840 hilft Technik beim Backen. “Vor 170 Jahren ist in Nürnberg die erste Dampfmaschine in der Lebkuchenproduktion eingesetzt worden“, berichtete der Leiter des Nürnberger Museums für Industriekultur, Matthias Murko, am Mittwoch.

Mit dampfbetriebenen Rühr- und Knetmaschinen begann die industrielle Produktion der Gewürzkuchen, die heute von Nürnberg aus in alle Welt exportiert werden. Die ersten Lebkuchen wurden im 13. und 14. Jahrhundert in Klöstern hergestellt. Schnell entwickelte sich Nürnberg zum Zentrum der Produktion, weil sich hier mehrere Handelswege kreuzten. “Über diese Handelswege ist man an die exotischen Gewürze wie Ingwer und Kardamom gekommen“, erläuterte Murko. “Die zweite wichtige Komponente war der Honig aus dem Reichswald.“

Um die Wende zum 18. Jahrhundert herum wurde Lebküchner zum eigenständigen Beruf, die Nürnberger Spezerei mit den bis heute geheim gehaltenen Rezepten zum Markenprodukt. “Um 1870 ist die Kunst der Lebkuchendose entstanden. Heute ist die Dose oftmals wertvoller als der Inhalt“, schilderte Murko.

Zahlreiche Dosen sowie die Entwicklung von der kleinen Lebküchnerei hin zur Massenproduktion zeigt das Museum für Industriekultur vom 1. Advent bis zum 21. Dezember in einer Ausstellung. Dienstags, donnerstags und sonntags kann einem Lebkuchenbäcker bei seiner Arbeit über die Schulter geschaut werden.

dpa

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