Er entführte einen Fünfjährigen

Missbrauch von 21 Buben: Urteil gegen Kinderarzt im März

Augsburg - Er hat zugegeben, 21 Buben sexuell missbraucht zu haben. Einer dieser Fälle sorgte bundesweit für Entsetzen: Bei Hannover entführte und missbrauchte er einen Fünfjährigen. Nun steht der Prozess gegen einen Kinderarzt vor dem Abschluss, im März fällt das Urteil.

Augsburg (dpa/lby) - Der Prozess gegen einen Kinderarzt wegen sexuellen Missbrauchs von 21 Jungen steht vor dem Abschluss. Nach dreimonatiger Verhandlungsdauer hat das Landgericht Augsburg am Freitag die Beweisaufnahme abgeschlossen. Im März sind allerdings noch drei Verhandlungstage für die Plädoyers und das Urteil gegen den 41-Jährigen eingeplant.

Bereits zum Prozessbeginn im November hatte der Mediziner die Missbrauchsfälle in vollem Umfang zugegeben. Der Augsburger war gefasst worden, nachdem er im August 2014 im niedersächsischen Garbsen einen Fünfjährigen entführt hatte. Laut Anklage hatte der Mann damals den Buben in sein Auto gelockt, in seiner Zweitwohnung in Hannover betäubt, brutal missbraucht und nach zwei Stunden wieder freigelassen. Der Fall sorgte damals bundesweit für Schlagzeilen. In anderen Fällen hatte der Mann seine jungen Opfer in Augsburg und München in Tiefgaragen oder Keller gelockt, um sich an ihnen zu vergehen.

Dem Mann drohen bis zu 15 Jahre Haft

Dem Mann drohen nun bis zu 15 Jahre Haft. Allerdings geht es in dem Prozess auch um die Therapiemöglichkeiten für den pädophilen 41-Jährigen. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft kommt für den Mann auch die Sicherungsverwahrung in Betracht. Zum Abschluss des Verfahrens sagten am Freitag daher noch einmal ein Gutachter und der Therapeut des Kinderarztes aus. Der Sachverständige bescheinigte dem Angeklagten eine sehr hohe Rückfallgefahr, aber auch Therapiechancen.

Am 3. und 4. März sollen nun die Plädoyers der Staatsanwaltschaft, der Anwälte der 14 Nebenkläger sowie der beiden Verteidiger gehalten werden. Das Urteil will die Kammer am 10. März verkünden.

dpa

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