Gutachter angehört

Augsburger Polizisten-Mord: Zweifel an Täterschaft

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Die beiden angeklagten Brüder vor Gericht. Nun soll ein neues Gutachten den Älteren entlasten.

Augsburg - Ein neues neurologisches Gutachten könnte einen der beiden Angeklagten im Prozess um den Mord an Polizist Mathias Vieth entlasten. Am Donnerstag wurde der Experte vor Gericht angehört.

Im Prozess um den Mord an dem Augsburger Polizisten Mathias Vieth gibt es Zweifel an der Täterschaft des einen angeklagten Bruders. Wie die „Augsburger Allgemeine“ berichtete, hält es ein Gutachter für ausgeschlossen, dass der an Parkinson erkrankte 60-Jährige in der Tatnacht vor zwei Jahren auf einem Motorrad geflüchtet ist, wie es in der Anklage heißt.

Ein Gerichtssprecher bestätigte auf Anfrage, dass der Gutachter - ein Neurologe - am Donnerstag zu dieser Thematik gehört wurde. Inhaltlich wollte sich der Sprecher aber nicht dazu äußern. Die Beweiswürdigung sei später Sache des Gerichts, sagte er.

Der 60 Jahre alte Angeklagte steht derzeit ohnehin nicht mehr vor Gericht. Wegen seines schlechtes Gesundheitszustands wurde das Verfahren gegen ihn abgetrennt. Der Prozess läuft im Moment nur noch gegen seinen zwei Jahre jüngeren Bruder weiter.

Zahlreiche Schüsse in der Tatnacht

Die beiden sollen gemeinsam auf einem Motorrad vor der Polizeistreife geflüchtet und in einem Wald gestürzt sein. Dann sollen sie den 41-Jährigen Polizisten mit zahlreichen Schüssen umgebracht haben. Laut Zeitungsbericht sagte der Mediziner aus, dass der 60-Jährige bereits damals so krank war, dass er eine halsbrecherische Motorradfahrt nicht hätte meistern können - weder als Fahrer noch als Beifahrer.

Sollte es dem 60-Jährigen dann bessergehen, will das Landgericht Augsburg im kommenden Jahr in einem zweiten Prozess erneut wegen Mordes gegen ihn verhandeln. Für den Prozess gegen den 58-jährigen Bruder, der bereits früher einmal wegen eines Polizistenmordes verurteilt wurde, sind derzeit noch Verhandlungstage bis Ende Februar 2014 geplant.

dpa

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