Bewährungsstrafe für Tochter des mutmaßlichen Polizistenmörders

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Waffen, Handgranaten und 38.000 Euro lagen in ihrem Keller. Angeblich wusste die Tochter von Raimund M. lange Zeit nichts davon.

Augsburg - Wegen mehrerer Delikte wie unerlaubten Waffenbesitzes ist die Tochter des mutmaßlichen Augsburger Polizistenmörders zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Das Augsburger Amtsgericht ging am Montag davon aus, dass die 32-Jährige seit 2004 zwei Kisten mit Waffen und Geld für ihren Vater in ihrem Keller deponiert hatte. Später versteckte sie das Geld in ihrer Küche. Das Gericht folgte der Aussage der Angeklagten, sie habe erst nach der Festnahme ihres Vaters Ende 2011 in die Kisten geschaut - und vorher nichts von dem brisanten Inhalt gewusst. Verurteilt wurde sie auch wegen Begünstigung, Geldwäsche, Hehlerei und Diebstahls.

Die Laborassistentin hatte auch zugegeben, für ihren Vater zweimal an ihrer Arbeitsstelle Spray gestohlen zu haben, mit dem DNA-Spuren entfernt werden können. Das Gericht verurteilte sie neben der Bewährungsstrafe zu 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit. “Es ist sicher falsch, sie als Opfer zu bezeichnen“, sagte der Vorsitzende Richter. Aber ihr Vater habe sie für seine Zwecke benutzt.

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Ihr Vater Raimund M. ist einer von zwei Tatverdächtigen im Fall des Augsburger Polizistenmordes von Ende Oktober 2011. Der zweite Verdächtige ist der Onkel der Angeklagten. In den Kisten befanden sich mehr als 38 000 Euro und ein regelrechtes Waffenarsenal. Das Geld soll aus einem Raubüberfall im Jahr 2004 stammen.

Der 31 Jahre alte Ex-Freund der Frau wurde wegen Hehlerei und Geldwäsche zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Die beiden versteckten das Geld nach Ansicht des Gerichts - nach Kenntnis des Kisten-Inhalts - gemeinsam in der Küche. Der Mann hatte die Vorwürfe allerdings bestritten und gesagt: “Ich hasse Waffen und Gewalt, das gibt es bei mir nicht.“

Die Staatsanwaltschaft hatte für die Angeklagte zuvor die zweijährige Haftstrafe auf Bewährung gefordert. Für den Angeklagten verlangte sie mindestens anderthalb Jahre Gefängnis - ohne Bewährung. Die Verteidigung wollte dagegen für die 32-Jährige sieben Monate Haft auf Bewährung und für den Angeklagten einen Freispruch.

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Die Tochter von Raimund M. hatte zuvor angegeben, sie sei geschockt gewesen, als sie nach dessen Festnahme den Inhalt der Kisten gesehen habe. “Was ist mein Vater - Entschuldigung - für ein Vollidiot, dass er seiner Tochter so etwas in den Keller stellt?“ Die Polizei verständigte sie nach dieser Feststellung allerdings nicht.

dpa

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