Ausbau von AKW: Tschechien will Angst nehmen

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Das Atomkraftwerk Temelin liegt nahe der deutschen Grenze.

Berlin - Knapp 60 Kilometer liegt das tschechische Atomkraftwerk Temelin von der bayerischen Grenze entfernt. Es soll ausgebaut werden. Doch das Kraftwerk ist umstritten.

Tschechische Experten sollen in den nächsten Monaten in Deutschland umfassend über den Ausbau des umstrittenen, grenznahen Atomkraftwerks Temelin informieren. Die Umweltministerien Deutschlands und Tschechiens würden in Kürze über die genaue Organisation der Dialogforen beraten, sagte der tschechische Ministerpräsident Petr Necas am Freitag in Berlin.

Temelin liegt rund 60 Kilometer von der bayerischen Landesgrenze entfernt. Der Atommeiler ist wegen seiner Kombination von amerikanischen Leitsystemen mit russischer Reaktortechnik umstritten und sorgt besonders in Bayern für erhebliche Sicherheitssorgen.

Tschechien plant, das AKW um zwei Reaktorblöcke zu erweitern. Der Startschuss soll im Juli mit der Auswahl eines Reaktorherstellers fallen. Die Baukosten werden auf mindestens 20 Milliarden Euro veranschlagt. Es wird mit einer Bauzeit bis etwa 2023 gerechnet.

Bisher sind in Temelin zwei Reaktorblöcke am Netz, hinzu kommen in Dukovany vier Blöcke. Die Leistung beträgt insgesamt 3890 Megawatt und deckt knapp ein Drittel der tschechischen Stromversorgung.

Necas betonte, die Atomanlagen stünden im internationalen Vergleich sehr gut da. Man respektiere die deutsche Energiewende, bitte aber auch darum, den eigenen Ausbau der Atomkraft zu akzeptieren. “Wir wollen maximale Transparenz“, sagte der konservative Politiker am Rande einer Tagung des CDU-Wirtschaftsrats.

Er hatte die Informationsoffensive bereits im vergangenen Jahr in einem Schreiben an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) angeboten. Allerdings scheint dies keine formale Beteiligung deutscher Bürger mit umfassenden Rechten zur Stellungnahme zu sein.

Die atompolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Sylvia Kotting-Uhl, betonte in Berlin: “Noch ist das Angebot eine Katze im Sack. Reine PR-Events mit Hochglanzbroschüren aber ohne verbindliche Rechte für die Öffentlichkeit wären nicht begrüßenswert.“ Abgesehen davon sei es eine “Schande, dass Tschechien der Bundesregierung eine bessere Beteiligung der deutschen Bevölkerung geradezu aufdrängen muss“.

dpa

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