Sekte vor Gericht

Aussteiger sagen gegen "Zwölf Stämme" aus

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Blick auf ein Holzschild am 05.09.2013, das den Besucher in Klosterzimmern bei Deiningen im Nördlinger Ries begrüßt.

Ansbach - Per Videoschaltung wurden Aussteiger der Sekte "Zwölf Stämme" gehört. Die Aussage fand an  einem geheimen Ort statt.

Nach dem vorläufigen Entzug des Sorgerechts für 40 Kinder und Jugendliche der Glaubensgemeinschaft „Zwölf Stämme“ haben am Freitag beim Amtsgericht Ansbach die Anhörungen der Eltern begonnen. In dem nichtöffentlichen Verfahren wurden auch per Videoschalte Aussteiger der Sekte gehört. „Die sechs Aussteiger halten sich während ihrer Aussage an einem geheimen Ort auf“, berichtete Amtsgerichtsdirektorin Gudrun Lehnberger. Das Ansbacher Amtsgericht verhandelt über den Sorgerechtsentzug von zehn Kindern. „Alle Eltern fordern die Aufhebung der gerichtlichen Beschlüsse“, sagte Lehnberger. In der kommenden Woche starten die Verfahren wegen der restlichen Kinder beim Amtsgericht Nördlingen. Wegen Prügelvorwürfen waren die Kinder den Eltern weggenommen worden.

So entstanden die "Zwölf Stämme"

Die umstrittene Glaubensgemeinschaft „Zwölf Stämme“ ist in den 1970er Jahren in den USA entstanden. Als ihre wichtigsten Werte nennen die radikalen Christen Liebe, Ehrfurcht vor Gott, Familie und Freundschaft. „Unsere Liebe füreinander durchbricht die Barrieren von Nationalität, Hautfarbe, Kultur und sozialer Herkunft“, heißt es auf der Homepage. Kritiker allerdings sehen in der Gemeinschaft eine Sekte, die straff hierarchisch organisiert ist. Mit den Behörden gibt es seit Jahren Ärger.

Etwa 2000 Mitglieder weltweit zählen die „Zwölf Stämme“ derzeit nach eigenen Schätzungen.

dpa

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