Prozessbeginn: Mutter (23) schlug auf Baby ein

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Die Angeklagte neben ihrem Anwalt.

Passau - Eine Mutter muss sich vor dem Landgericht für den Tod ihres Kindes verantworten. Sie räumte ein, nach der Geburt mit einer Zange auf den Kopf des Babys eingeschlagen zu haben.

Mit einer Zange hat eine 23-Jährige Mutter im vergangenen Jahr in Bad Griesbach auf ihr neugeborenes Baby eingeschlagen. Seit Montag muss sich die Frau wegen Totschlags vor dem Landgericht Passau verantworten. Die Frau hatte die Schwangerschaft vor ihrem Freund und ihrer Familie verheimlicht und das Baby im Mai 2010 alleine im Badezimmer ihrer Wohnung zur Welt gebracht. Die Babyleiche wurde erst Monate später von einem Nachbarn entdeckt.

Zum Auftakt des Prozesses räumte die ganz in Schwarz gekleidete 23-Jährige ein, direkt nach der Geburt mit der Zange auf den Jungen eingeschlagen zu haben. Sie sei aber davon ausgegangen, dass das Kind nach der Geburt bereits tot war, weil es nicht geschrien oder geatmet habe. Mehr als eine Stunde lang habe sie versucht, ihren Sohn wiederzubeleben. “Ich hab' geschaut, ob er schnauft.“ Als er keinerlei Lebenszeichen erkennen ließ, habe sie mit der Zange auf seinen Kopf geschlagen. “Ich wollte ihm wehtun, damit er aufwacht.“ Ihr sei dann aber allmählich klar geworden, dass er nicht mehr lebte. Dennoch habe sie dann noch einmal auf ihn eingeschlagen, um sicher zu gehen, dass er tot ist, bevor sie ihn beerdigt. Mit der Zange hatte sie zuvor auch schon die Nabelschnur durchtrennt.

 Die Leiche des Kindes versteckte die gelernte Visagistin unter einer Matratze in ihrer früheren Wohnung auf einem Einödhof. Dort entdeckte ein damals 61 Jahre alter Nachbar die Leiche erst drei Monate später, nachdem ihm starker Verwesungsgeruch aufgefallen war. Eigentlich habe sie das Baby zusammen mit einem Teddy, den sie vor der Geburt gekauft hatte, richtig beerdigen wollen, sagte die Mutter vor Gericht. Da sie aber auf dem Hof nie allein gewesen sei, habe sie keine Möglichkeit dafür gehabt. Mit dem Vater des Kindes hat die Frau bereits einen Sohn, der überwiegend bei seiner Oma lebt. Ein weiteres Kind habe der Mann nicht haben wollen, sagte die zierliche 23-Jährige. Die Schwangerschaft sei ihm auch nicht direkt aufgefallen. Auch die Geburt wollte die Frau ohne Hilfe durch eine Hebamme oder einen Arzt durchstehen. “Ich dachte, jetzt hab' ich schon so viel geschafft, das schaffe ich jetzt auch“, sagte sie vor Gericht. Für den Prozess sind zunächst vier Verhandlungstage bis Ende Juli geplant.  

lby

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