Delegiertenversammlung

Naturschützer bekräftigen Nein zu Stromtrassen

Bamberg - In Sachen Stromtrassen ist der Bund Naturschutz einer Meinung mit Horst Seehofer. Bei anderen Themen gibt es Konflikte.

Ungeachtet der Kritik der Grünen-Fraktionsspitze im Landtag hält der Bund Naturschutz (BN) an seinem Nein zu neuen Stromtrassen in Bayern fest. Die Trassen in ihrer jetzigen Planung „haben nichts mit der Energiewende zu tun“, sagte BN-Chef Hubert Weiger am Freitag. Auf seiner Delegiertenversammlung am Wochenende in Bamberg will der Verband einen Planungsstopp für die Stromautobahnen fordern. Stattdessen müssten Alternativen geprüft werden - etwa größere Anstrengungen beim Stromsparen und der weitere Ausbau erneuerbarer Energiequellen in Südbayern.

Die Basis der Grünen stimme mit diesen Ideen überein, sagte Weiger. Der Fraktionschef der Landtags-Grünen, Ludwig Hartmann, hatte am Donnerstag dagegen erklärt, die Abkehr von Atom und Kohle gelinge nur mit dem Ausbau der Netzinfrastruktur, der BN mache nicht mehr als eine „Milchmädchenrechnung“ auf.

„Wir unterstützen in diesem Fall die Position des Ministerpräsidenten“, sagte Weiger. Auch Horst Seehofer (CSU) ist ein vehementer Trassengegner.

Auf anderen Feldern dagegen gibt es Konflikte zwischen Staatsregierung und Naturschützern. So kritisierte Weiger den Flächenverbrauch im Freistaat. Die Landschaft Bayerns werde durch viele kleinere Projekte, aber auch durch Großprojekte wie den geplanten Ausbau des Münchner Flughafens massiv bedroht. „Täglich werden in Bayern 18 Hektar für Straßen und Siedlungen verbaut“, heißt es in einem Leitantrag der Delegiertenversammlung. Diese Fehlentwicklung der vergangenen Jahre werde jetzt nicht etwa korrigiert, sondern sogar noch verstärkt, sagte Weiger.

Auf Konfrontationskurs mit der CSU-Regierung ist der Bund Naturschutz auch beim Steigerwald. Der Verband will ihn zum ersten fränkischen Nationalpark machen, die Staatsregierung vertritt die Linie der Gegner des Projekts. „Die ganze Region würde dadurch belebt“, sagte Weiger zu den Nationalpark-Plänen. Der Tourismus würde profitieren, aber auch die Wissenschaft, da in dem Gebiet dann von den fränkischen Unis ökologische Forschung betrieben werden könne. „Das ergibt Perspektiven für junge Menschen.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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