Partydroge Crystal taucht immer öfter auf

Bayern will Drogen-Kontrollen verstärken

Nürnberg - Die Partydroge Crystal wird in Bayern zunehmend zum Problem. In diesem Jahr stieg die Zahl der Menschen weiter, die die Droge zum ersten Mal nehmen.

Die bayerische Staatsregierung will den Drogenhandel im deutsch-tschechischen Grenzgebiet mit schärferen Kontrollen bekämpfen. Schwerpunkt sei der zunehmende Handel der gefährlichen und einfach herzustellenden Droge Crystal, sagte Innenminister Joachim Hermann (CSU) am Mittwoch in Nürnberg. Das Rauschgift werde mittlerweile im gesamten Freistaat gefunden. In den ersten zehn Monaten des Jahres wurden 11,9 Kilogramm der Droge sichergestellt. Im gesamten Jahr 2011 waren es noch 11,7 Kilogramm. Die Zahl der Erstkonsumenten stieg von 283 im Jahr 2011 auf heuer 352.

Herrmann kündigte an, das Thema auch bei der Innenministerkonferenz der Länder im Dezember anzusprechen. Er appellierte an die tschechische Regierung, ihre liberale Drogenpolitik zu überdenken und den Besitz von Crystal zum Eigengebrauch nicht weiter als Ordnungswidrigkeit zu behandeln.

Vor allem die sogenannten Vietnamesenmärkte entlang der Grenze zu Deutschland bereiten den Fahndern Sorgen. Dort wird die Droge angeboten. Crystal werde dann unter anderem am und im Körper nach Bayern gebracht.

Auch die tschechischen Behörden hätten das Problem mittlerweile erkannt, räumte Herrmann ein. So seien in den vergangenen Wochen zahlreiche Razzien auf den Märkten durchgeführt worden. Noch konsequenter müssten die Behörden aber gegen die Hersteller und Hintermänner vorgehen, fügte Herrmann hinzu.

Crystal sei relativ einfach herzustellen. Jährlich würden in Tschechien rund 400 Drogenlabore ausgehoben, die teils in der heimischen Küche oder sogar mobil aufgebaut würden.

Europaweit wird dem Nationalen Sachverständigen der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht in Lissabon, Rainer Kasecker, zufolge jährlich rund eine halbe Tonne Crystal sichergestellt. Während Süchtige in Westeuropa hauptsächlich Kokain konsumierten, sei in Osteuropa und Skandinavien schon länger Crystal verbreitet, sagte Kasecker.

Herrmann stellte zugleich eine Initiative der Kriminalinspektion Weiden in der Oberpfalz vor. Ziel sei, über die katastrophalen Folgen von Crystal-Konsum aufzuklären. In dem grenzüberschreitenden Präventionsprojekt „Need no Speed“ sollen vor allem Eltern und Freunde von gefährdeten Jugendlichen angesprochen werden. An der Aktion beteiligen sich unter anderem Kommunen sowie Jugend- und Suchthilfeorganisationen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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