Rasante Einkommenzuwächse

Bayerns Bauern werden weniger und reicher

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Die Höfe werden weniger, der Ertrag steigt: Die verbleibenden Bauern in Bayern könne sich lau Agrarbericht über rasante Einkomenzuwächse freuen.

München - Nach langen Krisenjahren können sich Bayerns Bauern über rasante Einkommenszuwächse freuen - doch das Höfesterben setzt sich fort.

Da die Erzeugerpreise für Agrarprodukte steigen, steigen auch die Gewinne der Bauern. Allein 2010/11 kletterte der Durchschnittsgewinn der Haupterwerbsbauern um mehr als ein Drittel auf über 47 000 Euro. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten neuen Agrarbericht hervor. Da gleichzeitig die Nebeneinkünfte der Bauern sich mehr als verdoppelten, stieg das Gesamteinkommen sogar um 40,4 Prozent - ein Zuwachs, wie ihn noch keine Gewerkschaft jemals in Tarifverhandlungen heraushandeln konnte.

Auch im laufenden Wirtschaftsjahr können die bayerischen Bauern laut Landwirtschaftsministerium mit einem Einkommenszuwachs von 8 bis 10 Prozent rechnen. Reine Ackerbauern müssen aber wegen steigender Kosten mit sinkenden Gewinnen rechnen.

Nach wie vor aber geben jedes Jahr rund zwei Prozent der bayerischen Bauern auf. Inzwischen gibt es nur noch 98 000 Betriebe mit mehr als fünf Hektar Grund - vor einigen Jahren waren es noch deutlich über 100 000. Dabei sieht Agrarminister Helmut Brunner (CSU) die Zukunftsaussichten für Nachwuchsbauern durchaus positiv: „Der Bedarf an Lebensmitteln und Agrarrohstoffen steigt beständig und der Stellenwert der Land- und Forstwirtschaft nimmt weltweit zu.“

Außerdem ist das Durchschnittseinkommen bayerischer Haupterwerbsbauern nach wie vor sehr viel niedriger als in den meisten anderen Bundesländern, weil die Höfe im Freistaat vergleichsweise klein sind. Mit ihren durchschnittlich 47 000 Euro Gewinn rangierten die bayerischen Landwirte bundesweit auf dem vorletzten Platz, nur die Kollegen in Baden-Württemberg verdienten weniger. Spitzenreiter sind die Bauern in Sachsen-Anhalt - deren Betriebe vielfach aus den ehemaligen großen Produktionsgenossenschaften der DDR hervorgegangen sind - mit über 86 000 Euro Durchschnittsgewinn.

Und die bayerischen Bauern hängen ebenso wie ihre Kollegen in ganz Europa nach wie vor am Brüsseler Subventionstropf. Jeder Hof erhielt 2010/11 durchschnittlich über 29 000 Euro Beihilfen, heißt es im Agrarbericht.

dpa

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