Neue Gesetze?

Pferdefleischskandal: Wirte befürchten Belastungen

München - Angst vor dem Internet-Pranger: Bayerns Gastwirte befürchten Belastungen für ihr Geschäft durch schärfere Kontrollen im Zuge des Pferdefleischskandals.

Die Gastwirte in Bayern befürchten nach dem Pferdefleischskandal eine weitere Verschärfung der Kontrollen und damit Belastungen für ihr Geschäft. „Man kann sich fragen, welches Gesetz jetzt wieder auf die Reise gebracht wird“, sagte der Präsident des bayerischen Hotel und Gaststättenverbandes, Ulrich Brandl, am Dienstag in München.

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Der Bayerische Brauerbund warnte vor einem übereifrigen Wettbewerb der Bundesländer beim Verbraucherschutz zulasten der Betriebe. „Dass den Verantwortlichen das Handwerk gelegt gehört, daran besteht kein Zweifel“, sagte Verbandspräsident Friedrich Düll. Das öffentliche Anprangern von Betrieben im Internet sei aber der falsche Weg und schade dem Ansehen der Branche.

Auf derInternetseite des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit werden Verstöße gegen die Vorschriften seit einiger Zeit mit Namen und Anschrift des Betriebs veröffentlicht - auch dann noch, wenn die Mängel bereits behoben sind. Dies ist für die Wirte ein besonderes Ärgernis. „Diese Praxis wird Existenzen im Lebensmittelhandwerk und in der Gastronomie vernichten“, sagte der Präsident der privaten Brauereien in Bayern, Gerhard Ilgenfritz.

Einwände gegen den Internet-Pranger

Natürlich müssten Mängel umgehend beseitigt werden, betonte Düll. „Aber dann muss auch gut sein.“ Der Internet-Pranger schieße deshalb über sein Ziel hinaus. Erst am Dienstag wurde dort der Name eines Catering-Betriebes veröffentlicht, der gesundheitsschädliche Lebensmittel in Verkehr gebracht haben soll, die Mängel aber bereits beseitigt habe.

Um ihre Interessen besser zu vertreten, wollen die bayerischen Brauereien künftig stärker mit dem Hotel- und Gaststättenverband zusammenarbeiten. „Uns eint das weite Feld Tourismus“, sagte Düll. Ein Anliegen ist den Betrieben vor allem die Stärkung des ländlichen Raums, wo viele der rund 630 bayerischen Brauereien ihren Sitz haben. „Mit intakten Landschaften und herausragenden Schätzen überall in Bayern haben wir hier noch Potenzial, von dem auch die Brauwirtschaft profitieren könnte.“

dpa

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