Bayerns Wirtschaft warnt vor Strom-Kollaps

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Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil

München - Wirtschaftsminister Zeil prognostiziert den Zusammenbruch der Stromversorgung im Freistaat, wenn nicht bald das Netz ausgebaut werde. Er ist nicht der Einzige, der vor einem Kollaps warnt.

„Der Bund muss jetzt umgehend die Vorfahrtsregeln für den Netzausbau schaffen“, sagte der FDP-Politiker am Donnerstag. „Wenn wir hier nicht endlich die Bremsen lösen, dann droht dem Wirtschaftsstandort Bayern ernsthafter Schaden. Das werde ich nicht hinnehmen.“ Angesichts des beschlossenen Atomausstiegs habe sich die Lage verschärft. Bis 2020 brauche Deutschland 4500 Kilometer zusätzlicher Stromautobahnen und 200.000 Kilometer regionale Verteilnetze, um die Herausforderungen der Energiewende zu stemmen.

Auch die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) macht weiter Druck. Neue Hochleistungsleitungen seien dringend nötig. „Ohne solche Stromautobahnen ist die Versorgungssicherheit Bayerns spätestens ab 2015 gefährdet“, bekräftigte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die vbw hatte den Ausstieg aus der Atomkraft lange abgelehnt, unterstützt aber mittlerweile die Energiewende. Allerdings sieht der Verband große Gefahren für die Energieversorgung, wenn nicht schnell gehandelt werde. Bereits im November hatte Brossardt eine von der vbw in Auftrag gegebene Studie zum Netzausbau vorgelegt.

„Sie zeigt, dass der derzeit geplante konventionelle Ausbau des Stromnetzes nicht ausreicht, um Netzengpässe innerhalb Deutschlands zu verhindern“, sagte Brossardt. Vor allem Bayern sei betroffen, da es bisher nicht genügend Leitungen gebe, um den Strom etwa aus großen Windparks im Norden Deutschlands in den Süden zu bringen, der bisher vor allem von Atomkraftwerken versorgt wird. Das müsse sich ändern, um „Bayern mit seinem hohen Industrieanteil und den zahlreichen energieintensiven Unternehmen auch künftig sicher mit Strom versorgen zu können“, sagte Brossardt.

dpa

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