Die besten Western-Reiter der Welt in Augsburg

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Die Westernreiterin Sylvia Rzepka steht auf dem Messegelände Augsburg (Schwaben) mit ihrem Pferd Doctor Zip Nic vor einem Saloon.

Augsburg - Bei der “Americana“ in Augsburg treten in dieser Woche die besten Western-Reiter der Welt gegeneinander an. Unter ihnen ist auch Sylvia Rzepka. Die gebürtige Starnbergerin geht als Favoritin ins Rennen.

Die polierte Gürtelschnalle glänzt im Scheinwerferlicht und der obligatorische Cowboyhut sitzt fest auf Sylvia Rzepkas Kopf. Dann reitet sie in die Arena und der Wettkampf beginnt. Jetzt zählt jede Bewegung des Pferdes - jeder Stolperer kann den Sieg kosten. Rzepka ist professionelle Westernreiterin und hat bereits viele Preise bei internationalen Wettkämpfen gewonnen. In dieser Woche will die 35-Jährige mit zwei Pferden bei der Westernreit-Messe “Americana“ in Augsburg antreten. Zu dem Spektakel werden bis Sonntag rund 40 000 Besucher erwartet.

Rzepka geht als Favoritin in das Rennen um einen der begehrten ersten Plätze. Mit neun Jahren hat die Starnbergerin mit dem Westernreiten begonnen - ihre Eltern waren schon damals eingefleischte Fans. “Meine Mutter wollte immer reiten, aber nie klassisch“, erzählt sie. Im Laufe der Zeit wurde das Mädchen zur Pferdeexpertin und lernte unter anderem in den USA, Pferden die verschiedenen Manöver der Disziplin Reining beizubringen. Mit 15 Jahren wechselte sie schließlich ins Profilager.

Beim Reining müssen die Tiere beispielsweise einen “Spin“ vollführen. “Dabei bleibt das Pferd auf einem Fuß stehen und trabt mit der Vorhand um diesen einen Fuß herum. Das ist am anspruchsvollsten, weil es eine unnatürliche Bewegung fürs Pferd ist“, erzählt die Expertin. Auch der “Sliding Stop“ gehört zum Repertoire. Dabei legen die Pferde in vollem Galopp eine Vollbremsung ein. “Sie haben an den Hinterhufen einen speziellen glatten Beschlag, sonst würde das Pferd zu sehr gebremst“, erzählt Rzepka. “Das Ziel dieser Manöver ist, dass sie sehr schnell und gleichzeitig sehr harmonisch geritten werden. Das Ganze soll nicht hektisch aussehen.“

Rzepka bildet vor allem sogenannte Quarter Horses aus

Die Herausforderung für den Reiter besteht dabei unter anderem darin, die Zügel möglichst wenig zu benutzen. Das bringt Punkte bei den Richtern. Jeder Reiter hat zu Beginn des Wettkampfes 70 Punkte - für besonders gute Leistungen gibt es mehr, für Patzer weniger Punkte. Außerdem können sogenannte Penalty-Punkte beispielsweise für unerlaubte Gangwechsel vergeben werden. Am Ende winkt ein hohes Preisgeld - in Augsburg werden pro Klasse 40 000 Euro vergeben und unter den Erstplatzierten aufgeteilt.

Neben einem Pokal erhalten die Sieger eine große Gürtelschnalle - Rzepka hat in ihrer 20-jährigen Karriere schon viele mit nach Hause nehmen können. “Sie sind unsere Trophäen“, erzählt sie. In Augsburg trägt sie die Gürtelschnalle ihres Sieges beim italienischen Derby. Darauf stehen für den Laien unverständliche Buchstabenfolgen. “IRHA steht für Italian Reining Horse Association und NRHA für National Reining Horse Association“, erklärt die Westernreiterin, die in Mitterndorf bei Wien einen Trainingsstall betreibt.

Dort bildet Rzepka vor allem sogenannte Quarter Horses aus. “Das ist die größte eingetragene Pferderasse der Welt“, erklärt die 35-Jährige. Sie zeichneten sich vor allem durch Nervenstärke, ihre Wendigkeit, Kraft und die ruhige Art aus. Insgesamt stehen etwa 40 Pferde bei ihr und werden jahrelang für die Turniere ausgebildet - die Besitzer zahlen für das Training. Gewinnt Rzepka einen Wettkampf, bekommen sie einen Teil des Gewinns. “Vielen geht es einfach darum, so ein Pferd zu besitzen“, sagt Rzepka.

Großveranstaltungen wie die “Americana“ sieht die Trainerin als gutes Mittel, die Sportart populärer zu machen und vom Cowboy-Image abzukoppeln: “Wir wollen zeigen, dass es ein ernstzunehmender Sport ist und nicht jeder wie ein Wahnsinniger in der Gegend rumheizt.“

dpa

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