Anklage: Betrug mit Heizkraftwerken  in 1400 Fällen

Nürnberg - Betrug von 1400 Kunden. So lautet der Vorwurf, den die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth 14 Geschäftsleuten macht. Am Freitag eröffnete sie den Prozess. 

Mit Hilfe eines Schneeballsystems sollen Verantwortliche der GFE-Gruppe Käufer von Blockheizkraftwerken um insgesamt mehr als 62 Millionen Euro betrogen haben - nun hat die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Anklage gegen 14 Verantwortliche erhoben. Sie wirft den 13 Männern und einer Frau nach Angaben vom Freitag gewerbs- und bandenmäßigen Betrug von mehr als 1400 Kunden vor.

Die Angeschuldigten sollen von Ende 2009 an mit Rapsöl betriebene Blockheizkraftwerke verkauft haben, die die Kunden anschließend zurückverpachten sollten. Im Gegenzug sollten diese 20 Jahre lang eine Rendite von bis zu 30 Prozent pro Jahr erhalten. Den Ermittlungen zufolge seien die vertriebenen Modelle jedoch weder technisch noch unter betriebswirtschaftlichen Aspekten realisierbar gewesen, betonte die Staatsanwaltschaft.

Stattdessen hätten die Verantwortlichen von Anfang an geplant, nur so viele Kraftwerke herzustellen, wie zur Vorspiegelung eines in Wirklichkeit nicht existenten Geschäftsbetriebs erforderlich gewesen sei. Um das zu beweisen, hat die Staatsanwaltschaft eine 319 Seiten umfassende Anklageschrift vorgelegt sowie knapp 1600 Zeugen und vier Sachverständige benannt. 6 der 14 Angeschuldigten im Alter von 28 bis 59 Jahren sitzen seit Ende 2010 in Untersuchungshaft. Gegen 37 weitere Beschuldigte wird noch ermittelt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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