Neue Strategie bei Bekämpfung des Borkenkäfers

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Im Rossauer Wald nahe Mittweida (Sachsen) kriecht am 16.07.2009 ein Borkenkäfer über eine Fichte. Totes Holz im Wald und ein milder Winter sind beste Voraussetzungen für eine Borkenkäferplage.

München - Der Borkenkäfer ist einer der größten Feinde der Waldbesitzer. Vor allem nach Stürmen wütetet der Schädling. Die Bayerischen Staatsforsten wollen nun mit neuen Methoden gegen den Käfer vorgehen.

Knapp sechs Wochen nach Orkan „Niklas“ bekämpfen die Bayerischen Staatsforsten mit einer neuen Methode den Borkenkäfer. „Wir wollen schneller sein als der Borkenkäfer und richten unsere Strategie im Einklang mit der Natur aus“, sagte der Vorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, Martin Neumeyer, in Regensburg. Bis Ende Juni sollen 90 Prozent des Sturmholzes aus den Staatswäldern entfernt werden. In dieser Zeit habe sich der Käfer in dem Holz entwickelt. „So kann das Sturmholz mitsamt des Käfers aus dem gesunden Wald geholt werden.“

Der Borkenkäfer nistet sich gerne in umgeknickten Bäumen zwischen der Rinde und dem Stamm ein. Von dort breitet er sich dann auf gesunde Bäume aus. Bis Ende September sollen dann die restlichen zehn Prozent der etwa eine Million Festmeter, die Orkan „Niklas“ zerstört hatte, aus den Wäldern im Freistaat entfernt werden.

In der ersten Phase sollen vor allem die zahlreichen Einzelwürfe, das sind bis zu zehn umgeknickte Bäume, aus dem Wald geholt werden. „Der Borkenkäfer denkt ökonomisch. Erst befällt er einzelne umgeknickte Bäume und springt dann auf die gesunden über“, betonte Neumeyer. Bei flächendeckenden Sturmschäden bleibt der Käfer dagegen länger, weil er genug Lebensraum hat.

Seit Mitte April sind mehrere hundert Waldarbeiter mit den Arbeiten beschäftigt. „Niklas“ war der erste große Sturm seit acht Jahren in Bayern und hatte vor allem im Süden des Freistaates gewütet. Die Mitarbeiter gehen mit bodenschonenden Maschinen in die Wälder, um die Grundlage des Waldbodens nicht zu zerstören.

Anschließend wollen die Staatsforsten, die etwa 755 000 Hektar Waldfläche im Freistaat bewirtschaften, den Waldumbau vorantreiben. „Wir wollen weg von Monokulturen wie ausgedehnte Fichtenwälder, und hin zu klimatoleranten Mischwäldern“, erläuterte Neumeyer. Forschungen hätten ergeben, dass Mischwälder mit Buche, Fichte, Tanne und Eiche Klimawandel, Stürmen und Schädlingen besser standhalten. „Niklas“ sei daher Chance und Auftrag zugleich, sagte der Chef der Staatsforsten.

Wirtschaftliche Einbußen durch „Niklas“ befürchtet Neumeyer nicht. Es gebe langfristige Lieferverträge und die Nachfrage sei robust. „Ich erwarte mittelfristig stabile Holzpreise.“

dpa

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