Vor-Ort-Termin mit Innenmister Herrmann

Brenner-Basistunnel: Österreich macht Druck

Steinach am Brenner - Österreich geht es beim Brenner-Basistunnel zu langsam. Nun macht das Land Druck auf Deutschland.

Österreich macht bei den Planungen und Baumaßnahmen für den Brenner-Basistunnel Druck auf Deutschland. „Bayern muss alles dafür tun, dass die Zulaufstrecke für Berlin eine zwingende Notwendigkeit wird“, sagte der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter am Freitag bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in Steinach am Brenner.

Österreich sei hier schon sehr viel weiter. Herrmann betonte: „Wir stehen absolut zu dem Projekt und wollen nicht, dass Bayern zum Nadelöhr wird.“ Er wolle das Projekt „zügig voranbringen, aber nicht über die Köpfe der Bürger entscheiden - trotz des Zeitdrucks“.

Überlegungen für Tunnel an die 30 Jahre alt

Die Überlegungen für einen Eisenbahntunnel unter dem Brenner sind bereits an die 30 Jahre alt. Aber erst 2004 unterzeichneten die Verkehrsminister von Österreich und Italien einen Vertrag zum Bau des Gemeinschaftsprojekts. Der knapp 60 Kilometer lange Tunnel soll auf der Strecke von München nach Verona den Brenner zwischen Innsbruck nördlich der Alpen und Franzensfeste im Süden unterqueren.

Der Bau des aus zwei Röhren bestehenden Tunnels soll nach letzten Berechnungen mindestens acht Milliarden Euro kosten, allein die Zuganbindung auf bayerischer Seite weitere 2,6 Milliarden Euro. Ziel ist, dass der Tunnel 2026 in Betrieb genommen werden kann. Er soll den Bahntransit über die Alpen beschleunigen sowie Tirol und Südtirol vom täglichen Lkw-Verkehr entlasten. Güterzüge könnten dann mit 160 Stundenkilometern, Personenzüge mit 250 km/h unter dem Brenner hindurchfahren.

Naturschützer lehnen das Projekt wegen der Umweltzerstörung beim Ausbau der sogenannten Zulaufstrecken ab. Industrie und Handel unterstützen hingegen den Bau des Tunnels samt Anbindung.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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