Brief an IOC: Naturschutzring rügt Olympia-Bewerber

München/Bonn - Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat sich in einem Schreiben an das Internationale Olympische Komitee (IOC) in einem wichtigen Punkt von der Münchner Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 distanziert.

Im Bewerbungsbuch, das die Bewerbungsgesellschaft vor zweieinhalb Wochen beim IOC eingereicht hatte, werde der DNR als “eine der relevanten gesellschaftlichen Unterstützergruppen aufgeführt“, beklagte die Organisation.

“Wir verstehen nicht, wie uns die Bewerbungsgesellschaft im Bid Book als relevante gesellschaftliche Unterstützergruppe aufführt, obwohl wir am 13. September 2010 bereits mehrere Monate vor Erstellung des Bewerbungsbuches aus der Fachkommission Umwelt ausgeschieden sind“, kritisierte Generalsekretär Helmut Röscheisen in einer Mitteilung des DNR.

Bewerbungsgesellschaft spricht von "Störfeuer"

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Bewerbungsgesellschaft, Michael Vesper, bezeichnete das Vorgehen des DNR in einer Reaktion als Störfeuer: “Wieder einmal wird bewusst versucht, Unruhe zu schüren. Dafür gibt es keinen Grund“, erklärte der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Im Bewerbungsbuch werde lediglich beschrieben, dass die aufgeführten Organisationen an der Ausarbeitung des Umweltkonzeptes beteiligt gewesen waren, darunter auch der DNR durch einen Vertreter vom Landesbund für Vogelschutz. Der DNR habe Ende Juni 2010 an einem Spitzengespräch mit weiteren Umweltverbänden und dem DOSB teilgenommen. “Die Sitzung, in der das Umweltkonzept unter Zustimmung des DNR-Vertreters letztlich verabschiedet wurde, war am 8. August 2010. Erst mehr als einen Monat danach erfolgte der Ausstieg des DNR. Daher ist die Aussage, dass der DNR an der Ausarbeitung des Umweltkonzepts beteiligt war, vollkommen richtig“, betonte Vesper.

In dem Schreiben an das IOC in Lausanne weist der Naturschutzring nach eigenen Angaben darauf hin, dass fast alle Natur- und Umweltschutzorganisationen in Deutschland die Durchführung der Winterspiele 2018 “als nicht vereinbar mit dem ökologisch besonders störanfälligen alpinen Raum von Garmisch Partenkirchen“ einstuften. Allerdings seien die Meinungen darüber, ob die dramatischen Eingriffe in das alpine Ökosystem ausgeglichen werden könnten, innerhalb der Umweltorganisationen unterschiedlich, räumte der DNR ein.

dpa

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