Bub fast zu Tode geschüttelt: Vater schweigt

Nürnberg - Der Bub konnte von den Ärzten nur mit einer Notoperation gerettet werden. Er wird vermutlich sein Leben lang unter den Folgen der Tat leiden. Sein eigener Vater steht unter Tatverdacht - aber er schweigt.

Ein wegen schwerer Misshandlung seines sieben Tage alten Sohns angeklagter Nürnberger hat sich zum Prozessauftakt in Schweigen gehüllt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Lagerarbeiter vor, den Säugling aus Wut über dessen nächtliches Schreien heftig geschüttelt und damit lebensgefährlich verletzt zu haben. Er lehne jede Aussage zu den Vorwürfen ab, erklärte der 23 Jahre alte Vater am Donnerstag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth. Die Staatsanwaltschaft hat unterdessen die Anklage erweitert und wertet die Tat vom Oktober vergangenen Jahres als versuchten Totschlag. Das Gericht hat für den Prozess drei Verhandlungstage angesetzt.

Nur mit einer Notoperation habe das Baby gerettet werden können, berichtete die Anklagevertretung. Dennoch werde das Kind wegen der Misshandlungen wahrscheinlich ein Leben lang unter epileptischen Anfällen und Bewegungsstörungen leiden.

Die als Zeugin vernommene 22 Jahre alte Mutter erklärte, sie könne sich nicht vorstellen, dass ihr Mann mit dem Neugeborenen so grob umgegangen sei. Ihr Mann sei immer lieb mit dem Säugling und dessen zehn Monate älteren Bruder umgegangen. “Wenn er mal aufgebraust ist, dann mir gegenüber, aber nicht gegenüber den Kindern“ sagte sie. Ihr ebenfalls als Zeuge geladener Vater machte von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch.

Die Staatsanwaltschaft sieht den Vater des misshandelten Babys durch dessen eigene Aussage bei einem Krankenhaus-Arzt belastet. Dem Mediziner habe er berichtet, dass die Verletzungen des Kindes möglicherweise auf seine etwas grobe Behandlung des Kleinkindes zurückzuführen seien. Auch in seiner Aussage vor dem Ermittlungsrichter hat der 23-Jährige nach Angaben der Ermittler eingeräumt, das Kind wegen nächtlichen Schreiens unter den Armen gepackt und dreimal heftig geschüttelt zu haben.

dpa

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