Zwei Rosenheimer und ein Münchner tot

Absturz auf dem Trip zum Nordkap

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Die Absturzstelle nördlich von Trondheim

Oslo - Beim Absturz eines Kleinflugzeuges im Westen Norwegens sind zwei Personen aus dem Landkreis Rosenheim und eine aus München ums Leben gekommen.

Sie kannten sich schon lange. Gemeinsam verbrachten sie ihre wenige freie Zeit am Flugplatz des Motorfliegerclubs Rosenheim. Meist drehten sie ein paar Runden in der Luft, dann sprachen sie über ihre Jobs und über ihre große Leidenschaft: das Fliegen. Der Höhepunkt im Sommer sollte der Trip mit den Flugkollegen nach Norwegen werden. Doch für Dr. Hermann J. (56), Dr. Jürgen G. (58) und Heiko S. (49) endete der Ausflug in einer Tragödie: Ihre Cessna zerschellte an einem Berg, alle drei Männer starben.

Die Freunde aus Rosenheim und München waren vor einer Woche gemeinsam mit sechs Vereinskameraden in drei Kleinflugzeugen in Richtung Norwegen aufgebrochen. Zum Angeln auf die Inselgruppe der Lofoten sollte es gehen.

Nach einer Woche in der Natur machen sich die Flieger wieder in Richtung Heimat auf. Der erste Zwischenstopp soll Trondheim sein. Während die Piloten zweier Maschinen eine andere Route wählen, suchen Hermann J., Jürgen G. und Heiko S. einen eigenen Weg mit der Cessna 172-RG. Kurz bevor das Unglück geschieht, haben sie sogar noch Funkkontakt. Ein Fluglotse warnt dabei die Männer: „Nehmt lieber eine andere Route, die Sicht ist zu schlecht.“ Warum das Trio diesen Rat in den Wind schlägt und seinen ursprünglichen Kurs beibehält, wird wohl nie geklärt werden können. Sicher ist, dass die Cessna nur wenig später vom Radar verschwindet.

Gegen 12.30 Uhr am Freitag geht bei der norwegischen Polizei der Notruf ein. Ein Flugzeug sei sehr tief geflogen, dann sei es nahe des Berges Bjugn in die Bäume gestürzt. Retter machen sich sofort auf den Weg. Doch das Gelände ist unwegsam. Ein Helikopter seilt die Retter zum völlig zerstörten Wrack der Cessna ab. Doch jede Hilfe kommt zu spät: Die Retter finden nur noch die drei Leichen der Piloten.

Dr. Hermann J. war ein hochrangiger Manager des Technologieunternehmens Infineon. In seiner Freizeit war er Vorstand des Flugclubs. Sein Freund Dr. Jürgen G. war Allgemeinmediziner und Flugarzt. Heiko S. arbeitete in der Entwicklung bei BMW – und war auch im Flugteam des Konzerns. Alle drei galten als sehr erfahrene Piloten.

Erst vergangene Woche war eine Gruppe Hobbyflieger in Coburg mit einem Kleinflugzeug abgestürzt. Für die vier Insassen kam jede Hilfe zu spät – sie sind inzwischen beigesetzt worden (siehe unten).

aw

Flugopfer von Coburg beigesetzt

Vor einer Woche bargen sie ihre Leiche aus dem Flugzeug-Wrack – jetzt trugen Feuerwehrleute aus Grub am Forst den Sarg von Pilotin Madeleine F. (31) zum Grab.

Bewegender Abschied von den vier Absturz-Opfern aus Coburg: Madeleine F. wurde neben ihrer erst vor zwei Jahren verstorbenen Mutter beigesetzt. Für Christian Koch (28), den Junior der bekannten Coburger Flaggen-Fabrik Fahnen-Koch, hielten Kameraden seiner Studentenverbindung die Totenwache. Und an den Särgen von Patrizia T. (31) und Dr. Jens E. (44) trauerten vier Kinder um Mama und Papa.

Noch sind die Untersuchungen zur Absturzursache der einmotorigen Propellermaschine nicht abgeschlossen. Wie es zu dem Absturz kam, ist noch immer völlig unklar, möglicherweise war das Wetter zu schlecht.

In einem auf der Trauerfeier verlesenen Gedicht suchte der Vater von Christian Koch nach Antworten: „Zu viert im Flugzeug stiegst du mit auf. Das Drama nahm dann seinen Lauf. Schnell sauste die Erde auf dich zu, ein Feuerball umgab euch im Nu. Wir hoffen es war ein Wimpernschlag, das Leben dem Tode hier unterlag.“

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