Spaß-Verbot amTotensonntag

Cindy zu schrill für Augsburg

Cindy aus Marzahn findet's gar nicht lustig.

Augsburg - Die qietschrosa Pummel-Prinzessin Cindy aus Marzahn sorgt in Augsburg für Ärger. Die Stadt hat ihren Auftritt am Totensonntag verboten.

Pinker Plüschanzug, Schminke bis unter die Augenbrauen: Die Komikerin Cindy aus Marzahn ist mit ihrer grellen Erscheinung und ihren derben Witzen absolut ungeeignet für einen stillen Gedenktag wie den Totensonntag - so zumindest sieht man es in Augsburg. Laut Augsburger Allgemeine hat die Schwabenmetropole deswegen den geplanten Auftritt am 24. November verboten.

Cindy kommentierte auf ihrer Webseite recht schnippisch: Am Totensonntag ist Spaß in der Fuggerstadt verboten. Der Auftritt ist auf 26. November verlegt.

Pikant: Es geht nicht um Comedy generell, sondern offenbar um die Person der Pummel-Prinzessin Cindy aus Marzahn. Einem anderen Komiker wurde der Auftritt nämlich sehr wohl gestattet. Karsten Kaie, 45, präsentiert sein Programm "Lügen, aber ehrlich" im Kulturhaus Kresslesmühle. Rein optisch gibt er sich weniger knallig, trägt blauen Anzug und schwarzes Hemd.

Kabarett am Totensonntag in Augsburg hat Tradition und bisher niemanden gestört. Bisher hat sich aber auch noch keiner darüber Gedanken gemacht, ob das jetzt angemessen ist. Der Fall zeigt laut Augsburger Allgemeine, dass sich Bürgermeister Hermann Weber (CSU) mit dem Auftrittsverbot in eine schwierige Lage manövriert hat. Denn auch Karsten Kaie ist ja jetzt eher nicht andächtig ruhig.

Kathrin Garbe

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