Todesfalle Rastplatz: Mann verbrennt in Lkw

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Auf der A3 sind am Dienstagmorgen drei Laster ausgebrannt. Einer der Fahrer ist in seinem eigenen Fahrzeug verbrannt.

Wörth/Straubing - Schon wieder hat ein Laster im Halteverbot eines überfüllten Autobahnparkplatzes einen tödlichen Unfall ausgelöst: Ein 64-jähriger Lkw-Fahrer verbrannte in seinem Fahrzeug.

Es ist noch keine Woche her, da passierte es auf der Rastanlage Hochfelln Süd, an der Autobahn in Richtung Salzburg. Ein BMW-Fahrer wollte um Mitternacht eine Pause einlegen. Auf der Abbiegespur krachte er frontal auf einen Laster, dessen Fahrer hatte dort im Halteverbot geparkt. Weil er dachte, die Stellplätze sind belegt. Der Autofahrer, ein 64-Jähriger, war sofort tot.

Drei Laster auf A3 ausgebrannt

Drei Laster auf A3 ausgebrannt

Jetzt ein ähnlicher Unfall: Am Dienstagmorgen, gegen halb vier Uhr, ist ein slowakischer Fernfahrer auf der A 3 in Richtung Passau unterwegs. Bei Wörth an der Donau will er rasten, dort gibt es einen Parkplatz. Er fährt auf die Verzögerungsspur – doch die ist voll: drei Laster stehen Schlange. Im Halteverbot. Der Slowake streift den ersten Lkw, gerät ins Schlingern und kracht gegen eine Schutzplanke. Der Sattelzug stellt sich quer und kracht gegen die zwei anderen Laster. Das Gefährt fängt Feuer, die Flammen greifen auf die anderen Fahrzeuge über. Der 53-jährige Slowake hat keine Chance: Er verbrennt. Die anderen Beteiligten, ungarische und rumänische Fahrer und Beifahrer, befreien sich rechtzeitig aus ihren Kabinen.

Innerhalb einer knappen Woche war das der zweite Unfall, der zeigt: Die Kapazität der Parkplätze entlang bayerischer Straßen ist ausgereizt. Im Zuständigkeitsbereich der Autobahndirektion Südbayern gibt es derzeit 4400 Stellplätze, davon wurden 500 allein in den vergangenen viereinhalb Jahren gebaut. Und doch, so sagt Sprecherin Nadine Lewandowski, gibt es Defizite. Vor allem auf Rastplätzen an der A 8 (München bis Salzburg), A 3 (Parsberg bis Passau) und der A 9 (Ingolstadt bis München) drängeln sich die Brummi-Fahrer. In den Abend- und Nachtstunden spitzt sich das Problem zu. Der TÜV Süd appelliert eindringlich an alle Verkehrsteilnehmer, beim Abfahren ausreichend zu bremsen und vorsichtig auf Parkplätze zu fahren.

Auf die Schnelle kann der Engpass wohl nicht behoben werden. Die Autobahndirektion plant bis Ende 2013 insgesamt 400 neue Lkw-Parkplätze. Doch: „Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Sebastian Lechner, Sprecher beim Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen, der 1800 Betriebe vertritt. Die zehnfache Menge wäre bis 2015 mindestens nötig. Lechner sagt, bundesweit fehlen schon jetzt 14 000 Stellplätze, bis 2015 wird der Bedarf um 7000 ansteigen. Denn der Güterverkehr auf den Straßen nehme stetig zu, in den kommenden 15 Jahren um 50 Prozent. Der Verband beklagt eine „chronische Unterfinanzierung der Straßeninfrastruktur“. Zudem sei der Ausbau von Rastplätzen bei der Bevölkerung oft umstritten: „Weil die Ortschaften wachsen und näher an die Parkplätze rücken.“ Er bittet um Verständnis für die Brummifahrer: Sie müssten ihre Lenk- und Ruhezeiten einhalten – aus Sicherheitsgründen und auch, weil sie sonst dreistellige Geldstrafen riskieren. Das Parken im Halteverbot ist oft der letzte Ausweg.

Die Polizei muss eigentlich dafür sorgen, dass Lastwagen nicht in Halteverboten parken. Doch das ist immer „Abschätzungssache“, sagt eine Sprecherin des zuständigen Innenministeriums. Die Beamten wissen, dass den Fernfahren manchmal nichts anderes übrig bleibt. „Wenn ein Lkw aber gefährlich steht, muss der natürlich weg – Ruhezeit hin oder her.“

Die Fahrer des Lasters, an dem der slowakische Kollege gestern hängen blieb, müssen sich jetzt möglicherweise wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Erst vergangene Woche war es auf der A8 an einem Parkplatz zu einem schweren Unfall gekommen.

Carina Lechner

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