13 EHEC-Patienten in Bayern lebensbedrohlich erkrankt

Erlangen/München - Mindestens 30 Menschen in Bayern werden wegen des gefährlichen Darmkeims EHEC behandelt. Davon leiden 13 Patienten unter dem lebensbedrohlichen HU-Syndrom.

Die Zahl der EHEC-Patienten in Bayern ist weiter gestiegen. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) registrierte am Montag bislang 30 Fälle. Darunter sind 13 Patienten, die unter dem lebensbedrohlichen hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) leiden. Am vergangenen Freitag lag die Zahl der HUS-Patienten in Bayern bei acht. Zudem prüfe man derzeit drei HUS-Verdachtsfälle in Bayern, teilte das LGL mit. HUS ist eine besonders gefährliche EHEC-Ausprägung mit Blutgerinnungsstörungen und Ausfällen der Nierenfunktion.

Allein in München kämpfen die Ärzte bei fünf Patientinnen gegen das HU-Syndrom. Die zwischen 29 und 47 Jahre alten Frauen hatten sich alle zuvor unabhängig voneinander in Norddeutschland aufgehalten, wie eine Sprecherin des städtischen Referats für Gesundheit und Umwelt am Montag sagte. Nähere Angaben zum Gesundheitszustand der Frauen wollte das Referat aus Datenschutzgründen nicht machen.

Das LGL versicherte erneut, dass Gemüse in Bayern genau kontrolliert werde. Seit Donnerstagabend dürften beispielsweise Gurken aus Spanien nur dann verkauft werden, wenn das Lebensmittelunternehmen die Unbedenklichkeit des Produkts prüfen ließ. Als Träger des Erregers waren Salatgurken aus Spanien identifiziert worden.

Das Klinikum Nürnberg unterstützt unterdessen den Kampf gegen den EHEC-Erreger in Kiel. Vier Pfleger aus dem Klinikum brachen am Montag nach Schleswig-Holstein auf, um dort bei der Behandlung von lebensbedrohlich erkrankten EHEC-Patienten zu helfen. Sie sollen an der Kieler Uni-Klinik bei HUS-Patienten den notwendigen Plasmaaustausch vornehmen. Dabei wird das durch die Erreger vergiftete Plasma durch Spenderplasma oder Ersatzmittel ersetzt.

Wie ein Sprecher des Nürnberger Klinikums sagte, haben zwei der Pflegekräfte für den Einsatz in Kiel ihren Urlaub unterbrochen. Am Wochenende hatten die beiden Krankenhäuser die Zusammenarbeit vereinbart. Der lebensgefährliche Erreger EHEC tritt vor allem in Norddeutschland auf.

dpa

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