Mordversuch wegen ein paar Sonnenblumenkernen?

Nürnberg - Hatte ein 37-Jähriger einem Bekannten eine Waffe vorgeführt oder ihn damit wegen einer Beleidigung bedroht? Das wird derzeit vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verhandelt.

Ein 37 Jahre alter Angeklagter hat am Dienstag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth den Vorwurf des versuchten Mordes zurückgewiesen. Zeugen hätten die Situation falsch eingeschätzt: Das Opfer sei intrigant, sagte der Mann.

Als er seinem langjährigen Bekannten eine halbautomatische Waffe an den Kopf gehalten habe, habe er ihn nicht umbringen wollen. Stattdessen habe er dem anderen die Pistole, die der Gleichaltrige von ihm kaufen wollte, nur gezeigt.

 Die Staatsanwaltschaft sieht das anders: Der Anklage zufolge hatte der mutmaßliche Täter das Opfer nach einer vermeintlichen Beleidigung schon zuvor bedroht und Geld erpresst.

Anlass war eine indirekte Kritik: Das Opfer hatte seine Freundin, die in seiner Nürnberger Wohnung Sonnenblumenkerne auf den Boden spuckte, vor anderen mit den Worten gemaßregelt, das könne sie zwar bei dem Angeklagten, nicht aber bei ihm tun.

Nachdem dem Angeklagten dieser Spruch zu Ohren gekommen war, bedrohte er laut Staatsanwaltschaft das Opfer, schlug ihm ins Gesicht und schoss ihm mit einer Softairwaffe auf die Beine. Zwei Wochen später erpresste er mit weiteren Drohungen 500 Euro.

Am 24. Juni dann soll er dem Opfer eine echte Pistole an den Kopf gesetzt haben, weil sich der Mann weigerte, weiteres Geld zu zahlen. Der Anklage zufolge verhinderte nur eine verklemmte Patrone den Mord. Die beiden Beteiligten kennen sich schon seit Jahren, beide sind heroinabhängig. Ein Urteil soll nach drei Verhandlungstagen am 21. März fallen. Der Angeklagte sitzt derweil in Untersuchungshaft.

dpa

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