Facebook-Mord: Lange Haft für den Täter

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Der Angeklagte Jerry J. (r) neben seinem Verteidiger Rechtsanwalt Karsten Schieseck.

Coburg - Sie kannten sich erst wenige Stunden, dann kam es zum tödlichen Streit. Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer Schülerin in Coburg hat das Landgericht sein Urteil verkündet.

Das Landgericht Coburg hat einen 21 Jahre alten Mann wegen des gewaltsamen Todes einer Schülerin zu einer Haftstrafe von elf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Kammer sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass der Angeklagte vor knapp einem Jahr die 16-Jährige mit Hammerschlägen und Messerstichen umgebracht hat. Der Auszubildende hatte die Bluttat gestanden. Grund für die Tat: Er sei von der 16-Jährigen gedemütigt worden.

Sie hatten sich erst kurz zuvor im Internet kennengelernt

Opfer und Täter hatten sich erst Stunden vor der Tat über das Internet-Netzwerk Facebook kennengelernt. In der Wohnung des 21-Jährigen hatten sie Sex, doch der Täter brach den Geschlechtsverkehr nach eigenen Angaben ab, weil er ein schlechtes Gewissen hatte. Daraufhin geriet er mit der Schülerin in Streit - der schließlich blutig endete. Man habe sich bei der Urteilsfindung auf die Schilderung des Angeklagten verlassen müssen, sagte der Vorsitzende Richter Gerhard Amend: „Wir haben keine Zeugen, die uns berichten konnten.“

Es flossen viele Tränen im Gerichtssaal

Mit gesenktem Blick verfolgte der nun verurteilte Straftäter die Urteilsbegründung. Gegenüber, auf der Seite der Nebenklage, hatte die Familie des Opfers Platz genommen. Die Mutter brach immer wieder in Tränen aus, die Schwester trug ein T-Shirt mit der Aufschrift „I love Linda“. Auch nach dem Ende der Verhandlung flossen bei den Familienangehörigen Tränen. „Es gibt keine gerechte Strafe für so etwas“, sagte der Vater des Opfers. „Die Schublade wird für uns nie zugehen.“ Während der Angeklagte noch eine Zukunft vor sich habe, seien er und seine Familie wohl immer mit der Vergangenheit beschäftigt.

Richter Amend hatte zuvor noch einmal das Tatgeschehen rekapituliert - elf Minuten muss das tödliche Gerangel wohl gedauert haben: „Elf Minuten, die das Leben der Familie und das Leben des Angeklagten zerstört haben.“

Anders als von der Verteidigung gefordert, ist der 21-Jährige nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt worden. Die Höchststrafe für Totschlag sind 15 Jahre. Strafmildernd wirkte sich nach Angaben der Kammer aus, dass er gestanden hat und Einsicht und Reue zeigte. Andererseits sei die Tat sehr brutal gewesen: „13 Hammerschläge auf den Kopf einer schmalen, jungen Frau, dazu neun Messerstiche“, erinnerte Amend an die Einzelheiten.

Das Opfer galt im April 2011 zunächst als vermisst. Nach der Tat hatte der 21-Jährige die Leiche in sein Auto geschafft und am nächsten Tag in einem Waldstück versteckt. In seiner Wohnung hatte er unterdessen gewissenhaft die Blutspuren beseitigt. Als dennoch immer mehr Hinweise zu ihm führten, brachte er die Ermittler schließlich zur Leiche des Mädchens.

Kathrin Zeilmann / dpa

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