Gefahr für die Natur

Experten: Häufig eingesetztes Düngemittel verseucht unsere Böden

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Ein Traktorengespann verteilt flüssiges Düngemittel auf den Feldern.

München - Beamte des Umweltministeriums haben am Donnerstag im Bayerischen Landtag ein schockierendes Detail beim Einsatz eines häufig verwendeten Düngemittels enthüllt.

Der in der konventionellen Landwirtschaft übliche Phosphatdünger sorgt für eine unerwünschte Hinterlassenschaft: Hochgiftiges Uran kommt so in den Boden. Bisher gibt es aber keine Hinweise, dass Uran über die Düngung auch ins Grundwasser sickert. Das berichtete ein Beamter des Umweltministeriums am Donnerstag im Umweltausschuss des Landtags. Zudem kommt Uran im Boden auch natürlich vor, zum Teil in höheren Konzentrationen als bislang von der Landwirtschaft verursacht. Die Abgeordneten halten parteiübergreifend aber eine Reduktion der „anthropogenen“ - also vom Menschen verursachten - Einträge für sinnvoll.

SPD: „Wir können unsere Böden doch nicht als Müllplatz benutzen"

Rohphosphat aus Afrika enthält etwa 200 Milligramm Uran pro Kilo, wie Ministerialrat Michael Haug berichtete. An 94 bayerischen Messstellen wurde in den Oberböden eine durchschnittliche Konzentration von 1,2 Milligramm pro Kilo festgestellt. „Doch hat man keinen Eintrag Richtung Grundwasser oder Sickerwasser festgestellt“, sagte Haug. Zudem hat die EU keinen Grenzwert für Uran im Dünger festgelegt. Eine Extraktion des Urans aus dem Phosphat sei technisch möglich, aber teuer. „Das würde nach Schätzung der Experten den Preis für Phosphatdünger mindestens verdoppeln“, sagte Haug.

Die SPD forderte Gegenmaßnahmen: „Wir können doch nicht unsere Böden als Müllplatz benutzen“, sagte der Abgeordnete Harry Scheuenstuhl. Die CSU hält das Thema ebenfalls für „extrem wichtig“, wie der Abgeordnete Anton Kreitmayr sagte. Eine Verdopplung des Düngerpreises wäre für die Bauern aber eine Belastung. „Das würde Mehrkosten von 50 Euro pro Hektar bedeuten“, warnte Kreitmayr. Die Grünen halten der Staatsregierung vor, das Thema zu harmlos darzustellen. „Uran ist immer giftig“, sagte der Ausschussvorsitzende Christian Magerl, „egal ob natürlich im Boden vorhanden oder vom Menschen eingebracht.“

 Wie gravierend die Folgen von Umweltgiften sein können, zeigt der Umweltgiftreport aus dem Jahr 2015. Rund 100 Millionen Menschen leiden weltweit unter den Auswirkungen.

dpa

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