Fall Kalinka: Gericht weist Prüfantrag zurück

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Kalinkas Mutter tritt als Nebenklägerin auf.

Paris - Der neue Prozess im Fall Kalinka geht trotz Bedenken der Verteidigung weiter. Das Schwurgericht in Paris wies am Mittwoch den Antrag der Verteidigung zurück.

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Prozessbeginn in Paris

Das Schwurgericht in Paris wies am Mittwoch den Antrag der Verteidigung zurück, wonach der Europäische Gerichtshof eingeschaltet werden solle. Der deutsche Arzt Dieter K. steht seit Dienstag vor dem Pariser Gericht, weil er seine 14-jährige Stieftochter Kalinka vor knapp 30 Jahren in Lindau am Bodensee vergewaltigt und getötet haben soll. Später entführte Kalinkas leiblicher Vater den Deutschen nach Frankreich, um ihn vor Gericht zu bringen.

Beim Prozessauftakt hatte K.s Anwalt die Zuständigkeit des Pariser Gerichts angezweifelt. Er hatte seinen Antrag unter anderem mit den Schengener Verträge begründet, wonach sich niemand zweimal für die gleiche Straftat verantworten muss. Zudem sei Dieter K. widerrechtlich nach Frankreich verschleppt worden.

Dieter K. war in Paris 1995 wegen der Tötung seiner Stieftochter in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt worden - jedoch hob ein Berufungsgericht das Urteil später wegen Verfahrensfehlern wieder auf. Die deutsche Justiz hatte das Verfahren gegen K. im Fall Kalinka schon zuvor eingestellt.

Kalinkas leiblicher Vater, André Bamberski, wirft der deutschen Justiz jedoch vor, den Fall nicht ernst genommen zu haben. Er ließ den heute 75-jährigen Arzt daher 2009 von Deutschland nach Frankreich entführen. Der Prozess gegen den Deutschen soll bis 8. April dauern.

dpa

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