Falscher Tiger-Alarm: Schüler angeklagt

Augsburg - Ein makaberer Streich wird vier Schülern nun zum Verhängnis. Sie hatten einen falschen Notruf abgesetzt - wegen eines angeblichen Tiger-Alarms.

Jetzt müssen sich die vier Schüler in Augsburg vor Gericht verantworten. Gegen die vier Beschuldigten im Alter von 15 bis 19 Jahren sei Anklage wegen gemeinschaftlichen Missbrauchs von Notrufen erhoben worden, teilte die Staatsanwaltschaft Augsburg am Freitag mit. Nach einem gemeinsam ausgeheckten Plan sollen die Schüler im vergangenen September nacheinander bei der Polizei angerufen und behauptet haben, sie hätten im Augsburger Siebentischwald einen Tiger gesehen. Einer gab sogar an, dass er von einem Baum aus den Tiger in einer Wiese in der Nähe eines Minigolfplatzes sehe.

Die Polizei nahm die Aussagen zunächst sehr ernst und suchte mit einem Großaufgebot nach einem freilaufenden Raubtier. Dazu wurde das Gebiet weiträumig abgesperrt und von einem Hubschrauber aus mit Wärmebildkamera abgesucht, im Radio liefen Warndurchsagen. Auch eine Tierärztin wurde in den Stadtwald geholt. Außerdem wurden der nahe gelegene Augsburger Zoo und auch Tigerdompteur Christian Walliser kontaktiert, der mit seinen Raubkatzen im 35 Kilometer entfernten Dinkelscherben gastierte. Weder im Zoo noch bei Walliser wurde aber ein Tier vermisst.

Als die Polizei die Nummern der Anrufer zurückrief, hob einer der Jugendlichen ab und gab zu, dass er und seine Freunde sich einen Spaß erlaubt hatten. So wurde bekannt, dass es sich um eine Tiger-Ente handelte.

Bei dem 19-Jährigen muss das Augsburger Amtsgericht prüfen, ob im Falle eines Schuldspruchs Erwachsenenrecht oder noch Jugendstrafrecht anzuwenden ist. Das Erwachsenenrecht sieht Freiheitsstrafe zwischen einem Monat und einem Jahr oder Geldstrafe vor. Bei den drei anderen Schülern findet im Fall einer Verurteilung das Jugendstrafrecht Anwendung. Es sieht unter anderem Erziehungsmaßregeln wie die Anweisung zur Teilnahme an einem sozialen Trainingskurs, Arbeitsauflagen und Freizeit- oder Dauerarrest vor. Der Prozess ist für den 26. Juli angesetzt.

dpa

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