Wegen großer Trockenheit

Flüsse trocknen aus: Wasser wird in den Main gepumpt

Würzburg - Während es im Süden des Freistaats zum Teil tagelang stark regnet, bleibt es im Norden staubtrocken. Schon jetzt deutet sich ein Steppensommer in Franken an.

Unterfranken hat mit der größten Trockenperiode seit fast 40 Jahren zu kämpfen. „Vielleicht wird sogar der Steppensommer von 1947 erreicht“, sagte Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) am Montag laut Mitteilung. Das bestätigte auch der Deutsche Wetterdienst (DWD). „Es herrscht in Unterfranken derzeit eine extreme Dürre“, sagte Agrarmeteorologe Harald Maier. Seit Februar habe der DWD in der Region in jedem Monat ein Niederschlagsdefizit registriert. „Im März waren es sogar 93 Prozent weniger als normal“, erklärte der Experte. Zudem verdunste aufgrund des heißen Wetters in den vergangenen Wochen sehr viel Wasser.

Wasser wird in andere Flüsse umgepumpt

Das hat Auswirkungen auf die Bäche und Flüsse, deren Wasserstände und Sauerstoffgehalte so stark sinken können, das die in den Gewässern lebenden Tiere bedroht sind. Um diese und andere Gefahren abzuwenden, wird nach Ministeriumsangaben seit mehr als zwei Monaten Wasser aus der Donau und der Altmühl über den Main-Donau-Kanal und die Talsperre Rothsee in die fränkischen Flüsse Regnitz, Rednitz und Main gepumpt.

„Aktuell werden pro Minute 30 Tanklastzüge voll Wasser in den Norden gepumpt“, erläuterte die Ministerin. Das sind etwa 13 Kubikmeter pro Sekunde. „Diese Wassermassen sind eine Lebensversicherung für die Flüsse.“ Zuletzt war der Sauerstoffgehaltes des Mains wegen der hohen Wassertemperaturen von mehr als 25 Grad Celsius so stark gesunken, dass Experten Alarm schlugen.

Dieses sogenannte Überleitungssystem gilt nach Ministeriumsangaben als größtes wasserbauliches Projekt Bayerns. Es hat rund 460 Millionen Euro gekostet. In den vergangenen 20 Jahren sollen auf diesem Weg mehr als 2,4 Milliarden Kubikmeter nach Nordbayern geflossen sein - das entspricht in etwa dem Volumen des Chiemsees.

dpa

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