Schlimmer Verdacht

Flughafen-Baby-Prozess: Tötete die Mutter weitere Babys?

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Die 24-Jährige soll versucht haben ihr Neugeborenes auf einer Toilette am Münchner Flughafen zu töten.

Landshut - Auf der Toilette des Flughafens München soll eine 24-Jährige ihr Baby geboren und zu töten versucht haben. Nun gibt es Hinweise auf weitere Fälle.

„Schwangersein ist scheiße“, schreibt die junge Frau dem möglichen Kindsvater per Kurznachricht. Sie ist zu diesem Zeitpunkt als Au-Pair in Dubai. In den weiteren Nachrichten erfindet sie sogar eine Entbindung in den Vereinigten Emiraten und berichtet von gesundheitlichen Problemen des kleinen Mädchens. Dabei bringt die Erzieherin aus Heidenheim (Baden-Württemberg) erst bei ihrer Rückkehr auf dem Münchner Flughafen im vergangenen Sommer ein Kind auf die Welt - auf einer Toilette im Parkdeck. So sieht es zumindest die Staatsanwaltschaft Landshut.

Dann soll sie das Neugeborene mit der Nabelschnur stranguliert und versucht haben, es die Toilette hinunterzuspülen. Die 24-Jährige muss sich deshalb seit Dienstag wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht Landshut verantworten. Die Angeklagte und ihre Eltern, die sie damals am Flughafen abgeholt hatten, schweigen.

Dafür kommt zu Beginn des Verfahrens ein schrecklicher Verdacht auf. Es gibt zahlreiche Zeugenaussagen über weitere Schwangerschaften der Angeklagten in den Jahren 2012 und 2014. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen hat Ermittlungen gegen die Drei aufgenommen. „Wir wissen nicht, wie die Schwangerschaften verlaufen sind und ob sie zu Geburten geführt haben“, sagt ein Behördensprecher der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe aber keine Hinweise auf Entbindungen in Krankenhäusern. Der Vorsitzende Richter in Landshut sagt, es sei auch das Anwesen der Eltern in Heidenheim durchsucht worden.

Dramatische Szenen auf Airport-Toilette - Baby mit Nabelschnur stranguliert

Im Prozess schildert ein Ermittler die dramatischen Ereignisse auf der Airport-Toilette. Demnach steckte die Plazenta tief in dem Toilettenrohr, die Nabelschnur lag um den Hals des Neugeborenen. „Erst als die Plazenta rausgenommen wurde, löste sich die Nabelschnur und das Baby hat angefangen zu atmen“, erläutert der Polizeibeamte.

Mit einer Körpertemperatur von 26 Grad wird das Kind in eine Münchner Kinderklinik gebracht und gerettet. „Das Mädchen lebt bei Pflegeeltern“, sagt Rechtsanwalt Markus Fischer, der als Nebenkläger das Kind vertritt. Bleibende Schäden könnten zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht ausgeschlossen werden.

Verdacht auf weitere grausame Taten der 24-Jährigen

Auf die Spur der Beschuldigten kamen die Ermittler durch den Zeugenhinweis eines Münchners. Der Mann hatte aus Dubai eine seltene Katze nach München transportieren lassen. Die Angeklagte fungierte dabei als „Katzenpatin“. Nach der Landung bemerkte der Mann die offensichtliche Schwangerschaft der damals 23-Jährigen. „Sie war eindeutig schwanger und ziemlich angespannt“, versichert der Zeuge am Dienstag. Aus den Medien habe er dann von dem Fall erfahren und sich als Zeuge gemeldet.

Der Prozess gegen die 24-Jährige wird an diesem Freitag fortgesetzt. Mit einem Urteil wird Anfang Juni gerechnet. Sollte sich der Verdacht weiterer Taten erhärten, könnte es zu einem weiteres Verfahren am Ellwanger Landgericht kommen. „Wir müssen aufklären, was aus den Schwangerschaften geworden ist“, betont der Sprecher der dortigen Staatsanwaltschaft. Die Eltern hätten diese zumindest bemerken können. Zum Zeitpunkt der möglichen Schwangerschaften hatte die junge Frau schließlich bei ihren Eltern in Heidenheim gewohnt.

dpa

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