Frankens höchster Gipfel wird Forschungsstation

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Hier soll eine Forschungsstation entstehen.

Wunsiedel - Was passiert mit Frankens höchstem Berg? Als im Sommer 2013 der Schneeberg zum Verkauf stand, fürchteten Naturschützer Touristenströme im sensiblen Ökosystem. Kommunalpolitiker wollen aber nun eine Forschungsstätte daraus machen.

Der höchste Gipfel Frankens könnte eine Forschungsstation werden. Wunsiedels Landrat Karl Döhler (CSU) wirbt derzeit dafür, dass der Freistaat das Areal am 1051 Meter hohen Schneeberg im Fichtelgebirge kauft und beispielsweise Wissenschaftlern dort Klimaforschung ermöglicht. Das einst militärisch genutzte Gelände steht seit gut einem halben Jahr zum Verkauf.

Hans-Peter Fehr von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sagte, dass das Bieterverfahren bis zum Frühjahr ausgesetzt wurde. Grund: Der Bedarf von Gebietskörperschaften müsse vorrangig berücksichtigt werden. Stadt und Landkreis Wunsiedel hatten vor Monaten betont, der Gipfel solle in öffentlicher Hand bleiben.

„Unsere Vision wäre es: Der Freistaat kauft den Gipfel für die Wissenschaft. Das wäre für unsere Region sehr wichtig“, sagte Döhler. Forscher hätten sich bereits sehr interessiert gezeigt.

Das Gelände auf dem Schneeberg, das der Bund verkaufen will, ist mehr als 12 000 Quadratmeter groß. Zum Angebot gehört auch der weithin sichtbare Fernmeldeturm, den die Bundeswehr zu Zeiten des Kalten Kriegs in den 1960er-Jahren errichtet hatte. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Naturschützer hatten im Sommer des vergangenen Jahres die Ausschreibung kritisiert. Sie fürchteten, das Gelände könne in falsche Hände gelangen und für den Tourismus erschlossen werden.

Weite Teile des Areals stehen allerdings unter Naturschutz. Am Schneeberg gibt es eines der wenigen Auerwildschutzgebiete außerhalb des Alpenraums. Wegen der Durchschnittstemperatur von nur 3,7 Grad wachsen auf dem Berg eiszeitlich Pflanzen. Eine touristische Nutzung wie etwa am nahen Ochsenkopf sei wegen des Naturschutzes sowieso nicht möglich, betonte Döhler. Am Ochsenkopf (Landkreis Bayreuth) gibt es Skiabfahrten und eine Sommerrodelbahn. Am Schneeberg sind dagegen lediglich Wanderwege ausgewiesen.

Früher lag der Schneeberg unweit der Grenzen zu DDR und Tschechoslowakei. Nicht zuletzt deshalb war er für das US-Militär und die Bundeswehr interessant. Die Truppe wollte von dort aus die damaligen Ostblockstaaten belauschen. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs verließen die Soldaten nach und nach das militärische Sperrgebiet.

dpa

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