Frau umgebracht, weil sie die Scheidung wollte

Zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt das Gericht den 69-Jährigen.

Traunstein  - Angeklagt war er wegen Mordes, doch verurteilt wurde er für einen Totschlag. Zwölf Jahre Haft lautet der Schuldspruch des Traunsteiner Landgerichts für einen 69 Jahre alten Mann, der im vergangenen Winter seine wesentlich jüngere Ehefrau umbrachte.

Die Staatsanwaltschaft hatte den sechsfachen Familienvater wegen Mordes aus Heimtücke angeklagt. Doch das Schwurgericht sah am Dienstag nach zweitägiger Beweisaufnahme keine Mordmerkmale gegeben. Der Prozess hatte vor einer Woche mit einem Geständnis des Angeklagten begonnen.

Bei seiner Vernehmung räumte der Ex-Landwirt und Kraftfahrer ein, die Mutter zweier gemeinsamer Kinder am Morgen des 10. Dezember 2010 in seinem umgebauten Bauernhof in Albaching (Landkreis Rosenheim) im Affekt umgebracht zu haben. Er schlug der 36-Jährigen im Badezimmer mit einem Holzprügel mindestens dreimal auf den Hinterkopf, ehe er das Opfer mit beiden Händen erwürgte. Zuvor hatte die von den Philippinen stammende Frau gesagt, sie wolle sich scheiden lassen und ihre drei Kinder - eines stammt aus einer früheren Beziehung - mitnehmen. Der Angeklagte sei stark von dem Gedanken getrieben gewesen, “dass es keine dritte Scheidung geben darf“, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung.

Unmittelbarer Auslöser der Tat war denn auch ein Telefonat der Frau mit einer Behörde, bei dem es bereits um die Wohnungssuche ging. Im Prozess stellte sich heraus, dass das Opfer in der vierten Woche schwanger war. Die 36-Jährige soll sich im Urlaub in einen Ägypter verliebt haben. Der zweifach geschiedene Angeklagte wusste von dieser Beziehung, wollte die dritte Trennung von einer Ehefrau aber dennoch verhindern. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer lebenslängliche Haft wegen Mordes aus Heimtücke gefordert, die Verteidigung eine “zeitlich angemessene Strafe“ für ausreichend erachtet. Die Kinder der Frau werden seit der Tat vom Jugendamt betreut.

dpa

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